Sunday, March 18, 2007

NEUES VIOXX-URTEIL (Spiegel.de, 2. März 2007)

Merck muss rund 48 Millionen Dollar zahlen

Das Schmerzmittel Vioxx wurde für viele Patienten zum Risiko. Den Hersteller Merck kommt das immer teurer zu stehen. Heute verkündete ein US-Gericht ein weiteres Millionen-Urteil: Es sprach einem Opfer 20 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu und verhängte weitere Strafzahlungen.

New York - Die Geschworenen im US-Bundesstaat New Jersey sahen es als erwiesen an, dass das mittlerweile vom Markt genommene Medikament einen Herzinfarkt bei dem Kläger verursacht hat. Dafür muss Merck das Schmerzensgeld zahlen. Der Arzt hätte seinem Patienten Vioxx nicht verordnet, wenn ihm das Gesundheitsrisiko bekannt gewesen wäre. Die Geschworenen verhängten zudem Strafzahlungen in Höhe von 27,5 Millionen Dollar gegen Merck. Der Pharmakonzern kündigte Berufung gegen das Urteil an. Zuvor hatte das Gericht Merck des Betrugs am Patienten schuldig gesprochen, da der Konzern die Risiken von Vioxx verschleiert habe.

Bislang wurden mehr als 27.000 Klagen gegen Merck wegen Vioxx eingereicht. Schon in mehreren Fällen wurde das Unternehmen zu Millionenzahlungen verurteilt. Die Kläger beschuldigen den Pharmakonzern, wegen der Einnahme des Mittels Herzbeschwerden gehabt zu haben; auch Todesfälle werden in Zusammenhang mit dem Medikament gebracht. Vioxx wurde 2004 vom Markt genommen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Einnahme des Mittels über mehr als eineinhalb Jahre hinweg das Herzinfarkt-Risiko verdoppelt. Zuvor hatte Merck mit der seit 1999 verkauften Arznei pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Dollar erlöst.

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