Thursday, November 3, 2005

Amalgam und andere Zahnmetalle - Versuch einer kritischen Darstellung aus ganzheitlicher Sicht (Heinz Pscheidl)

Das Wissen um die Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Gesamtorganismus ist für den ganzheitlich ausgebildeten Zahnmediziner eine Selbstverständlichkeit. Auch eine wachsende Zahl von Homöopathen hat inzwischen die Notwendigkeit erkannt, sich in dieses umfangreiche Thema einzuarbeiten. Denn: an jedem Zahn (bzw. Zahnersatz) hängt ein ganzer Mensch.

Beispiel:

Das Diktat einer Zahnerhaltung um jeden Preis hat heutzutage oft die umgekehrte Dynamik zur Folge: Der (für seinen Träger schädliche) Zahnersatz führt zur Krankheit eines Organs oder des gesamten Organismus. Erkennbar wird dies allerdings meist nur mit Hilfe einer ganzheitlichen Anamnese, die auch den Zahn- und Mundbereich einschließt.


Vor der Therapie setzen die Götter die Diagnose (bzw. die Differentialdiagnose!)


Jede Erkrankung des Menschen läßt sich - nach dem Verständnis der Homöopathie - auf eine oder mehrere der folgenden Ursachen zurückführen:

• Akute und chronische lnfektionskrankheiten, bzw. deren Folgen (siehe obiges Beispiel)

• Traumata physischer und psychischer Art

• Sogenannte uneigentliche Krankheiten, bedingt durch einen unangemessenen Lebenswandel (Überarbeitung, Schlafmangel, Bewegungsmangel, Überfluß oder Mangel an verstoffwechselbaren Substanzen - z.B. Nahrung, bestimmte Genußmittel etc.)

• Kunstkrankheiten durch Giftstoffe, die der menschliche Metabolismus nicht korrekt ausscheiden kann, weil er evolutionsgemäß dafür nicht ausgestattet ist. Also Vergiftungen im weitesten Sinne (z.B. durch Chemikalien, Metalle etc.)


Liegen mehrere dieser Ursachen in Kombination vor - wie es in der heutigen Allgemeinpraxis die Regel ist - müssen sie nacheinander ausgeschaltet werden. Hierbei hat es sich bewährt, zunächst die modernen Giftquellen (Kunstkrankheiten) weitestgehend zu entfernen, bevor die dann übrig bleibenden Restbeschwerden dauerhaft ausheilbar sind. Selbst wenn sich zwei Ursachen in einem Symptom, bzw. einer Krankheit kombinieren (z.B. psychisches Trauma und Amalgambelastung), kann die Verminderung der Vergiftung bereits eine Symptomfreiheit zur Folge haben.

Beispiel:

Eine korrekte Amalgamsanierung hat unzählige chronisch Kranke von ihrem Leiden befreit, womit wir zu den durch Zahnersatz-Materialien verursachten Krankheiten kommen, dem eigentlichen Thema dieser Arbeit. Sämtliche in der Zahnmedizin verwendeten Stoffe sind als potentielle Ursachen von Kunstkrankheiten anzusehen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Amalgamproblems.


Amalgamfüllungen

Amalgamfüllungen (bestehend aus Quecksilber, Zinn, Silber, Kupfer und Zink) setzen ständig Metallgifte frei (Beweis: Speicheltests). Diese werden vom Organismus eingelagert (T. Zinke, Bundesgesundheitsamt / Sonderdruck, Amalgame in der zahnärztlichen Therapie, 1992, S. 614) und führen dadurch zu giftbedingten (chronischen) Erkrankungen. Einzig der letzte Punkt wird - immer noch - von vielen Zahnmedizinern in Zweifel gezogen. Die Gründe hierfür sind insbesondere:

• Die (chronische) Amalgamkrankheit beginnt meist schleichend und wird daher vom Patienten nicht mehr mit seinen oft lange vorher gelegten Amalgamfüllungen in Verbindung gebracht.

• Es gibt keine Standard-Amalgamkrankheit. Jeder Betroffene reagiert mit seinem/n individuellen konstitutionellen Schwachpunkt/en. Leitsymptomlisten helfen wenig, da Leiden wie Kopfschmerzen, Rheuma, Depressionen etc. viele Ursachen haben können.

• Der Amalgamkranke konsultiert wegen seiner Folgebeschwerden üblicherweise den Allgemeinmediziner, später den Facharzt oder Heilpraktiker. Aufgrund mangelnder toxikologischer Kenntnisse und aus Zeitmangel während der Anamnese wird der Kausalzusammenhang (Amalgamvergiftung) häufig nicht erwogen. Folge: Der Kranke bleibt ungeheilt.



Dennoch gehört die Amalgamkrankheit zu den häufigsten in der täglichen Praxis!

Über 50% meiner Patienten weisen eine Allergie gegen Amalgam auf (oder gegen eines oder mehrere der darin enthaltenen Metalle. Bei Gold sind es immerhin schon 5%. Vor kurzem wurde im Tierversuch bewiesen, daß sowohl Quecksilber als auch Gold Autoimmunkrankheiten verursachen! (siehe: "Forschungserfolg: Erstmals Hinweise über Entstehung von Autoimmunkrankheiten", Pressemitteilung des BMBF (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie), Nr. 24/95)


Eine Allergie - obwohl von den gesetzlichen Kassen bisher als einziger Nachweis einer Schädigung anerkannt - stellt jedoch nur den vergleichsweise harmlosesten Aspekt der Amalgamkrankheit dar. Die viel schwerwiegenderen toxischen Erkrankungen sind den meisten Therapeuten gänzlich unbekannt! Seitdem ich in meiner Praxis bei sämtlichen Patienten zunächst eine korrekte Amalgamsanierung durchführen lasse, bessern sich bei mindestens der Hälfte der chronisch Kranken (nicht-allergisch bedingte) Haupt- oder Nebenbeschwerden, oder diese verschwinden sogar gänzlich.

Auch bei schwersten, oft unerklärlichen Krankheiten können Amalgame und sogar edlere Zahnersatz-Legierungen beteiligt sein, man muß diesem Verdacht nur labortechnisch nachgehen.

Beispiel:


Der bedenklichste Aspekt jedoch ist, daß jedes Kind einer - auch ehemals - mit Amalgam (oder anderen Metallen) versorgten Mutter Spuren hiervon eingelagert hat und häufig Symptome dadurch entwickelt. Das gilt auch für jene Kinder, die bisher keine eigenen Füllungen haben, bzw. hatten.

Beispiel:


Anamnese

Aufgrund vieler mißlicher Erfahrungen bin ich seit einigen Jahren dazu übergegangen, gleich zu Beginn meiner Erstanamnese einen kompletten Status der Zahnversorgung (neuerdings einschließlich OPG) zu erheben. Bei amalgamversorgten Patienten wird in Absprache mit dem Zahnarzt zunächst eine entsprechende Sanierung durchgeführt, in aller Regel vor jeder weiteren Behandlung.


Allergietests

Um eine Kassenbeteiligung an der Sanierung zu erwirken, ist ein Allergienachweis nötig. Hierbei muß der Patient auf mindestens eines der im Amalgam enthaltenen Metalle positiv reagieren. Allgemein anerkannt ist der Epikutan-Test (wichtig: 7 Tage Kontakt!), der jedoch bei schwerkranken und bei sehr sensiblen Personen zu starken Krankheitssymptomen führen kann.

Beispiel:
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Schwangere sollten auf Hauttests verzichten. Alternativen sind der sog. RAST und der Lymphozyten-Transformationstest.

Günstig ist gleichzeitig die Testung aller Materialien, die als Amalgam-Alternative verwendet werden sollten (Zement, ggf. Kunststoffe, Kleber usw.). Von Goldlegierungen oder anderen Metall-Versorgungen in Form von Inlays/Kronen, auch keramikverblendeten, rate ich unbedingt ab, selbst wenn sog. Verträglichkeitstests (Elektroakupunktur, Kinesiologie etc.) deren angebliche Unbedenklichkeit ergeben sollten. Eine Aussage für alle Zukunft ist mit diesen Verfahren nicht möglich!

Sämtliche Metalle (auch die Hochgold-Legierungen) können wieder neue schwerwiegende Symptome zur Folge haben. Hochgoldlegierungen können z.B. Depressionen, Rheuma, Herzsymptome hervorrufen oder verstärken. Abgesehen vom Risiko einer Autoimmun-Erkrankung (s.o.), koppeln sämtliche Zahnmetalle elektromagnetische Schwingungen in das Gehirn ein (Lechner: Immunstreß durch Zahnmetalle und Elektrosmog, Naturheilpraxis 4/95, S. 525ff), auch behindern sie generell die (spätere) Amalgamentgiftung.


Patientenschutz während der Sanierung

Da es nicht wenige Menschen gibt, die schon auf geringste Neuvergiftungen reagieren, und da die Gifttoleranz eines Patienten vorher nicht bekannt ist, sollte die Sanierung stets unter maximalen Schutzmaßnahmen erfolgen:

• Kofferdam (stark)

• Sauerstoff-Beblasung

• Zweiteilige Schutzbrille



Störfelder im Kieferbereich

Bei vielen Patienten ist im Anschluß an die Amalgamsanierung ein zweiter zahnmedizinischer Schritt erforderlich: Die Beseitigung von Störfeldern im Kieferbereich. Hierunter ist zweierlei zu verstehen:

• Schwermetalldepots im Kieferknochen aufgrund von Amalgam und / oder anderen Zahnersatzmetallen, denn jedes in Zähne oder Mund eingebrachte Metall verteilt sich im Laufe der Zeit über den gesamten Kieferknochenbereich. Selbst Zähne, die nie behandelt wurden, sind hiervon betroffen (auch impaktierte Weisheitszähne)!


Beispiele:





Kann man es wirklich als zufällige Koinzidenz abtun, wenn bei Schwerstkranken extreme Kieferbelastungen nachgewiesen werden? Ist es nicht vielmehr dringend an der Zeit, angesichts solcher Beispiele die Verwendung von Metallen als Zahnersatz (auch in Form von Spangen etc.) grundsätzlich neu zu überdenken?

• Giftherde (Arsen, Formaldehyd) im Wurzelbereich devitalisierter Zähne, meist noch kompliziert durch die lokale Schwermetallbelastung.


Die Erfahrung zeigt also, daß das Ziehen eines beherdeten Zahnes, bzw. das erneute Eröffnen einer Alveole immer die Möglichkeit bietet, eine (oft erhebliche) Menge der im Kiefer abgelagerten Schwermetalle und sonstigen Toxine auszuscheiden, häufig unter erheblicher Symptombesserung. Hierfür ist es notwendig, die entstandene Wunde eine Zeitlang künstlich offen zu halten und die Metallfreisetzung durch Labormessungen regelmäßig zu kontrollieren und damit zu dokumentieren.

Daher ist jeder extrahierte Zahn, das herausgefräste Kiefergewebe und die eingelegte Wundgaze auf alle toxikologisch relevanten Materialien zu kontrollieren, mittels einer Multielement-Analyse (Schwermetalle). Auch ein Bakterien-/Pilzstatus gehört zu diesem Standard. Die Kieferwunde sollte man erst dann wieder zuheilen lassen, wenn alle Metalle unterhalb einem zulässigen "Normalwert" liegen (z.B. Quecksilber, Zinn unterhalb 20 µg/kg Wundgaze) und wenn sich eine begonnene Symptombesserung stabilisiert hat. Ergänzend kommen in meiner Praxis während einer Schwermetalldrainage des Kiefers antidotarische Mundspülungen mit Pflanzenkohle, sowie - bei nachgewiesenem Mangel - auch Zink (oral) zum Einsatz.


Die Methode der oben beschriebenen Kieferentgiftung durch Zahnextraktionen, Ausfräsen und Wunddrainage, sowie der Antidot-Therapie geht auf den Toxikologen Dr. Daunderer zurück. (Siehe sein "Handbuch der Amalgamvergiftung", ecomed-Verlag)


Schwermetall-Mobilisation (Ausleitung)

Den Abschluß der Sanierung bildet die sog. Schwermetall-Mobilisation mit einem Chelatbildner (DMPS-Heyl / DimavalÒ, siehe die sehr informative "Wissenschaftliche Produktmonographie" der Fa. Heyl, Berlin).


Mit dieser Methode werden bei metallsanierten Patienten - vorzugsweise erst im Anschluß an die Kieferdrainage - schrittweise die übrigen Körperdepots reduziert und über Nieren bzw. Leber / Darm ausgeleitet. Auch hiermit sind oft erhebliche Verbesserung des Befindens zu erreichen; der labortechnische Nachweis wird anhand von begleitenden Messungen der Schwermetall-Ausscheidung über Urin / Stuhl geführt.


Beispiel:

Noch einige Worte zu den alternativen Ausleitungsverfahren, deren Palette von Vitaminen und Algen über Spurenelemente, bis hin zu technischen Verfahren wie Biotensoren, Elektroakupunktur und Bioresonanzgeräten reicht. Allen gemeinsam ist eines: Ihre Wirksamkeit ist umstritten. Das gilt - leider - auch für die Homöopathie. Da wird munter "ausgeleitet" mit potenziertem Mercur, potenzierten Amalgampräparaten oder - individueller - anhand der jeweiligen Symptomatik mit dem passendsten Quecksilberantidot. Verschwinden bei einer dieser Methoden die Symptome des Kranken, gilt das Gift als ausgeleitet. Jedoch wird hier Symptomenlöschung mit Ausleitung verwechselt. Die Homöopathie kann ohne Zweifel einen sinnvollen Beitrag zur Behandlung der Amalgamvergiftungsfolgen liefern. Eine tatsächliche (hinreichende) Giftausscheidung muß jedoch - bis zum Beweis des Gegenteils - als frommer Wunsch gelten.


Fazit

Die durch Zahnmetalle (insbesondere Amalgam) verursachten Schäden sind weitverbreitet. lhre Diagnose wird noch immer viel zu selten gestellt, oft zum Schaden des Patienten - denn nur die korrekte Diagnose führt zur richtigen Therapie. Um metallgeschädigten Patienten, einschließlich den belasteten Kinder (durch Zahnspangen bzw. mütterliches Amalgam) helfen zu können, bedarf es stets mehrerer Maßnahmen:

• Genaue Diagnose / Differentialdiagnose

• Korrekte und angemessene Giftentfernung unter maximalem Schutz

• Weitestgehend unschädlicher Zahnersatz / metallfreie Spangen

• Depotverminderung (Kiefer, sonstige Körperdepots) mit DMPS-Heyl / DimavalÒ

• Behandlung der Restbeschwerden, z.B. mittels Homöopathie.


All dies ist nur möglich in enger Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt einerseits und Heilpraktiker / Arzt andererseits. Unsere bisherigen Erfahrungen und Erfolge zeigen die Gangbarkeit und die großen Möglichkeiten dieses Vorgehens. Bis dato ist es noch ein relativ kleiner Kreis von Zahnärzten, die mit Therapeuten anderer Disziplinen in oben beschriebener Form zusammenarbeiten. Wer sich aufgrund meines Berichts für diese Methodik interessiert und darin einarbeiten möchte, dem vermittle ich gern Adressen entsprechender Therapeuten.


Toxikologische Untersuchungen von Zahnersatzstoffen

Zahnersatz ist täglich 24 Stunden in Kontakt mit seinem Träger! Damit übertrifft diese Stoffgruppe sogar noch die Einwirkdauer von Wohn- und Arbeitsgiften.

Um so wichtiger ist es, im Zahn- und Mundbereich möglichst unbedenkliche Materialien zur Anwendung zu bringen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß Nachfragen bei den Herstellern von Zementen, Klebern, Kompositen, Prothesenwerkstoffen etc. meist nur unbefriedigend beantwortet werden, häufig mit Verweis auf das Betriebsgeheimnis. Als kleine Gruppe von Therapeuten haben wir nun damit begonnen, erste Messungen zahnärztlich verwendeter Stoffe in unabhängigen Labors durchführen zu lassen. Hierbei wurde beispielsweise festgestellt, daß verschiedene Sorten des sog. Guttapercha Gifte wie Quecksilber und/oder Formaldehyd enthalten.

Vor einiger Zeit wurde mit einer aufwendigen und daher kostenintensiven toxikologischen Untersuchung verschiedener Prothesenmaterialien begonnen.

All dies kostet natürlich Geld und beginnt inzwischen, unser privates Budget - aus dem wir bisher den Aufwand abdeckten - zu überfordern. Wir möchten jedoch andererseits aus Kostengründen den Umfang und die Gründlichkeit der Untersuchungen nicht vermindern.


Da die Ergebnisse sowohl den Zahnärzte, Heilpraktikern und Ärzten, als auch insbesondere unseren gemeinsamen Patienten zugute kommen, sind wir dringend auf weitere Spenden (auch aus zahnärztlichen Kreisen) angewiesen.

Die Untersuchungsergebnisse werden allen Spendern zugeschickt.


Danksagung

Es ist mir ein Bedürfnis, an dieser Stelle meinen Kollegen Helmut Szeteli (München) zu erwähnen. Er hat während der vergangenen sechs Jahre mein Denken und Handeln als Homöopath ganz entscheidend inspiriert, insbesondere auch im Hinblick auf die durch Zanhmetalle verursachten "Kunstkrankheiten". Dank seiner zahllosen praktischen Erfahrungen und unermüdlichen Anregungen habe ich meine diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Behandlung dieser Leiden entscheidend verbessern können. Last but not least danke ich ihn auch für die Behandlung meiner Mutter (siehe Beispiel: Verdacht auf Mamma-CA).

Kontakt: Heinz Pscheidl, Heilpraktiker, Singerstr. 14, 86159 Augsburg, Tel. 0821-3493788

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