Gelbes Gewürz mit heilsamer Wirkung: Curcumin verleiht dem Curry nicht nur seine leuchtend gelbe Farbe. Die Substanz kann bei Brustkrebs die Bildung und Ausbreitung von Metastasen hemmen, wie Wissenschaftler der University of Texas in Houston jetzt in Experimenten mit Mäusen herausgefunden haben.
Bharat Aggarwal und seine Kollegen behandelten in ihrer Studie krebskranke Mäuse entweder mit Curcumin, dem gängigen Brustkrebs-Medikament Paclitaxel oder einer Kombination beider Substanzen. Ein Teil der insgesamt 60 Mäuse blieb unbehandelt und diente als Kontrollgruppe.
Nach der Entfernung des Brusttumors entwickelten fast alle unbehandelten Mäuse Metastasen in der Lunge. Etwas geringer war die Zahl der Metastasen bei den mit Paclitaxel behandelten Nagern. Bei der dritten Gruppe erlebten die Wissenschaftler eine Überraschung: Die Zahl der Metastasen bei den Mäusen, die Curcumin oder der Kombination beider Wirkstoffe bekommen hatten, lag "signifikant niedriger", schreiben die Forscher im Fachmagazin "Clinical Cancer Research" (Nr. 11, Bd. 20).
Der Grund für den erstaunlichen Effekt könne sein, dass Curcumin die Wirkung eines Proteins unterdrückt, das bei der Bildung und Ausbreitung von Metastasen eine Schlüsselrolle spielt. Damit sei die Substanz besonders als Ergänzung der Brustkrebstherapie mit Paclitaxel geeignet, erklären Aggarwal und seine Kollegen. Denn das Chemotherapeutikum könne bei längerer Anwendung die Entstehung von Metastasen sogar beschleunigen. Mit Curcumin könne diese unerwünschte Nebenwirkung vermieden und die Effizienz der Chemotherapie gesteigert werden.
Nach den vielversprechenden Ergebnissen hoffen die Forscher, in den nächsten Jahren mit klinischen Studien an Patienten beginnen zu können. Bereits vor einigen Monaten hatten Wissenschaftler in einer Studie die positive Wirkung von Curcumin bei der Behandlung von Hautkrebs nachgewiesen. Auch in der Vorbeugung von Alzheimer wurden mit dem gelben Wirkstoff bereits gute Erfolge erzielt.
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