DAS AMALGAMPROBLEM - FÜR HOMÖOPATHEN (Fr. 14.11.2008: 19.00-21.30 Uhr sowie Sa. 15.11.2008: 9.00-14.00 Uhr)
Teilnehmergebühr: 110,-€
Paracelsusschule Augsburg (Frau Ruckriegel)
Oberbürgermeister-Dreifuß-Str. 1
86513 Augsburg
Obwohl jeder Homöopath das Organon schon komplett gelesen hat (bzw. haben sollte), zeigt die Erfahrung doch, dass gerade der dort gelehrte Umgang mit Vergiftungen von den meisten KollegInnen überlesen wurde bzw. nicht beherrscht wird. Das lässt sich auch und ganz besonders auf die heutzutage weit verbreitete Amalgamvergiftung übertragen - ein toxischer Schwermetallcocktail, der 24 Stunden täglich auf den Menschen einwirkt und sich langsam aber stetig in sämtlichen Körpergeweben speichert - die Wichtigste aller "erkünstelten" Krankheiten! Ein großer Teil unserer erwachsenen Patienten ist (noch) oder war (früher) mit diesem problematischen Füllstoff versorgt. Bei Kindern muss sogar die (ehemalige) Amalgam-Belastung der Mutter bedacht werden.
1. Teil - Freitagabend:
Dieser Einführungsteil richtet sich ausschließlich an Homöopathen, denn aufgrund ihres umfangreichen Wissens um die (Fein-) Symptomatik von Quecksilber (sowie auch der übrigen Amalgambestandteile) sind sie besser in der Lage, diese Vergiftung zu erkennen als Therapeuten jeder anderen Fachrichtung.
Zunächst wird das Hahnemann'sche (Differential-) Diagnosesystem gemeinsam erarbeitet (Miasmen - Kunstkrankheiten - Uneigentliche Krankheiten - Traumen), das - wie wenig bekannt ist - in mancher Hinsicht über die Homöopathie hinausgeht. Hierauf folgt die Zuordnung der möglichen Therapieformen zu den genannten vier Krankheitsgruppen.
Auch das Wissen um die dynamischen Vorgänge zweier (zur gleichen Zeit einwirkenden) krankmachenden / heilenden Einflüsse wird in diesem Zusammenhang benötigt und aufgefrischt. Denn heutzutage ist es meist mehr als eine einzelne Krankheits-Totalität, die uns unsere Patienten bieten (mehrere Miasmen und Vergiftungen!) - die einengenden Sichtweisen Kent'scher und Vithoulkas'scher Homöopathie (Konstitutionsmittel / Essenzen) sind hierbei eher hinderlich und auch nicht Organon-gemäß.
Abschließend werden explizit diejenigen Stellen aus Hahnemanns Organon besprochen und diskutiert, die dem Thema "Kunstkrankheiten" gewidmet sind, einschließlich eines Seitenblicks auf die weitgehend unbekannten Stellungnahmen seiner fähigsten Zeitgenossen und Nachfolger (v. Bönninghausen, Hering, Burnett) zum Thema Vergiftungen.
Voraussetzungen:
• Grundwissen über Homöopathie
• »Organon« und Repertorium mitbringen.
2. Teil - Samstag:
Dieser Seminarteil ist offen für Therapeuten sämtlicher Fachrichtungen. Vorgestellt wird ein Konzept, das in jahrelanger Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten und Homöopathen entwickelt wurde und das sich in der Praxis seit langem bewährt hat. Nach einer Einführung in die toxikologischen Grundzusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten bzw. Regeln (akute / chronische Vergiftung - Haber'sche Regel - Mehrfachvergiftung - Giftnachweise innerhalb und außerhalb des Menschen) leiten wir über zur Amalgamvergiftung:
• Aufnahmewege und Speicherung der Amalgambestandteile in den Organismus
• Symptome und typische Krankheiten
• Allergietests (Epikutan, RAST, LTT) contra Verträglichkeitstests (Kinesiologie, EAV etc.)
• Schutzmaßnahmen bei der Sanierung
• Alternativmaterialien und ihre kritische Bewertung (Kunststoffe, Zemente, sog. „Edelmetalle“, Vollkeramiken, Kleber)
• Vergleich und kritische Bewertung verschiedener „Ausleitungsverfahren“ (Möglichkeiten und Risiken):
Chirurgische Kieferdrainage - DMPS / Dimaval - Zink - Selen - Algen - Vitamine - Fasten - energetische Verfahren wie Bioresonanz, Homöopathie, Nosodentherapie
• Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt - Abstimmung des Behandlungsplanes
Seminar-Unterlagen
• Ausführliches Seminarskript
• weiterführende Literatur
Viele Grüße
Heinz Pscheidl - Heilpraktiker
Naturheilpraxis (Homöopathie nach Hahnemann)
amalgam- und umweltbedingte Erkrankungen
Singerstr. 14, 86159 Augsburg
Tel.: 0821-3493788
BITTE NICHT DIE ANTWORTFUNKTION IHRES MAIL-PROGRAMMS VERWENDEN!
Antworten bitte nur an meine T-online E-Mail-Adresse:
homoeopath.pscheidl@t-online.de
Beruflicher Hintergrund:
Jahrgang 1949, Dipl.-Ing. der Elektrotechnik. 1983 lernte ich anlässlich einer Typhuserkrankung in Mexiko die Wirksamkeit der Homöopathie kennen. Daraufhin jahrelange Beschäftigung mit den Grundlagenwerken der Homöopathie. Dreijährige Heilpraktikerausbildung mit Abschluss im März 1990. Praxis seit 1991 in Berlin und Werder, seit 1999 Praxis in Augsburg.
Homöopathischer Werdegang: Dreijährige Ausbildung an der C.v.Bönninghausen-Akademie (G. Risch, Y. Laborde), Fortbildungen u. a. in Bad Boll, bei E. Schwarz, A. Geukens, A. Ortega, S. Creasy, G. Dingler, A. Saine). Durch meinen wichtigsten Lehrer, H. Szeteli, kam ich zurück auf den Begründer der Homöopathie – auf Samuel Hahnemann und dessen Therapiesystem, mit dem Schwerpunkt der Miasmenlehre sowie der Diagnose und Behandlung von Heilungshindernissen – insbesondere durch Vergiftungen (z.B. Amalgam, Umweltbelastungen).
In den 90er Jahren Mitarbeit beim ECCH (European Councel of Classical Homeopathy), zwecks Festlegung von Qualitätskriterien für die (nichtärztlichen) Homöopathieausbildungen in Europa. Übersetzung mehrerer alter englischsprachiger Homöopathiebücher (J.C. Burnett, J.G. Gilchrist) ins Deutsche.
Dozententätigkeit: Seit 1993 Lehrer an der Paracelsusschule und der Chiron-Schule in Berlin, 1994 zusätzlich Dozent in Holland und an der C.v.Bönninghausen-Akademie, seit 2002 an der Augsburger Paracelsusschule.
Sunday, October 5, 2008
Tuesday, January 22, 2008
Studie: Mobiltelefone sind keine geeigneten Bettgefährten (http://www.macnews.de, 22.1.2008)
Mobiltelefone strahlen - der Besitzer mag sich derweil unruhig im Bett wälzen. Eine Studie, die von Mobiltelefon-Herstellern in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Schluss, dass Handystrahlung die Tiefschlafphase verkürzt. Der Auftraggeber, das Mobile Manufacturers Forum, winkt ab und hält die Studie nicht für beweiskräftig - aber auch andere Untersuchungen bestätigen das Ergebnis. Schwedische und amerikanische Wissenschaftler untersuchten den Schlaf von 35 Männern und 36 Frauen: Jene, die der Strahlung auf der Mobiltelefon-Frequenz ausgesetzt waren, fielen später in den Tiefschlaf und der Tiefschlaf verkürzte sich. Eine belgische Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis: 1656 belgische Teenager waren über ein Jahr hinweg beobachtet worden; wer im Bett telefonierte, schadete sich. Ein Anruf in der Woche reiche laut der Studie aus, um mit drei Mal höherer Wahrscheinlichkeit am nächsten Tag todmüde sein.
Monday, November 19, 2007
Vorsicht Lederwaren
Reizende Lederkluft - Jedes zweite Kleidungsstück aus Leder ist mit Allergien verursachendem belastet
Baierbrunn (ots) - In mehr als der Hälfte von rund 850 untersuchten Lederproben fand das Bundesinstitut für Risikobewertung
(BfR) Chrom VI. Dieser Stoff kann beim Gerben entstehen und Allergien auslösen, berichtet die "Apotheken Umschau". Laut Professor Andreas Hensel, Präsident des BfR reagieren mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland empfindlich auf dieses Chrom. Bei ihnen können solche Kleidungsstücke allergische Reaktionen wie Kontaktekzeme hervorrufen, wenn sie mit der Haut in Berührung kommen.
Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei
Die "Apotheken Umschau" 10/2007 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.
Mehr Pressetexte auch online: www.GesundheitPro.de Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/52678
Baierbrunn (ots) - In mehr als der Hälfte von rund 850 untersuchten Lederproben fand das Bundesinstitut für Risikobewertung
(BfR) Chrom VI. Dieser Stoff kann beim Gerben entstehen und Allergien auslösen, berichtet die "Apotheken Umschau". Laut Professor Andreas Hensel, Präsident des BfR reagieren mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland empfindlich auf dieses Chrom. Bei ihnen können solche Kleidungsstücke allergische Reaktionen wie Kontaktekzeme hervorrufen, wenn sie mit der Haut in Berührung kommen.
Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei
Die "Apotheken Umschau" 10/2007 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.
Mehr Pressetexte auch online: www.GesundheitPro.de Originaltext: Wort und Bild - Apotheken Umschau
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/52678
Luxemburger Appell: Fuer ein internationales Verbot von Quecksilber
Am 10. November 2007 trafen sich in Luxemburg, auf Einladung von „Aktionsgruppe für
Umwelttoxikologie (AKUT asbl) Luxemburg“ und der „European Academy for Environmental
Medicine (EUROPAEM)“ unter der Schirmherrschaft des Luxemburger Gesundheitsministeriums
namhafte Wissenschaftler, Forscher, Umweltmediziner, Ärzte und Zahnärzte sowie Vertreter von
Politik und NGOs und Patientenorganisationen, um auf die erheblichen Gesundheits- und
Umweltrisiken von Quecksilber in Dentalamalgam aufmerksam zu machen.
Im Anschluss an diese internationale Konferenz veröffentlichten sie einmütig den folgenden
eindringlichen Appell an die Adresse der Europäischen Kommission, des Europaparlamentes und
an die Adresse aller nationalen Gesundheitsbehörden innerhalb und außerhalb Europas, um
schnellstmöglich ein Verbot von Quecksilber in Dentalmaterial zu verfügen.
Mehr unter http://www.akut.lu/Luxembourg_Appeal/Deutsch%20Luxemburg%20Appeal.pdf
Online-Formular (in drei Sprachen) unter http://www.akut.lu/appeal.htm
Umwelttoxikologie (AKUT asbl) Luxemburg“ und der „European Academy for Environmental
Medicine (EUROPAEM)“ unter der Schirmherrschaft des Luxemburger Gesundheitsministeriums
namhafte Wissenschaftler, Forscher, Umweltmediziner, Ärzte und Zahnärzte sowie Vertreter von
Politik und NGOs und Patientenorganisationen, um auf die erheblichen Gesundheits- und
Umweltrisiken von Quecksilber in Dentalamalgam aufmerksam zu machen.
Im Anschluss an diese internationale Konferenz veröffentlichten sie einmütig den folgenden
eindringlichen Appell an die Adresse der Europäischen Kommission, des Europaparlamentes und
an die Adresse aller nationalen Gesundheitsbehörden innerhalb und außerhalb Europas, um
schnellstmöglich ein Verbot von Quecksilber in Dentalmaterial zu verfügen.
Mehr unter http://www.akut.lu/Luxembourg_Appeal/Deutsch%20Luxemburg%20Appeal.pdf
Online-Formular (in drei Sprachen) unter http://www.akut.lu/appeal.htm
Wednesday, April 4, 2007
10.-16. April 2007: Internationale Homöopathie-Woche (VKHD/ Andrea Ludwig)
Vom 10. - 16. April 2007 findet die Internationale Woche der Homöopathie (World Homeopathy Awareness Week WHAW) in 31 Ländern statt. Ziel ist es, auch in Deutschland, mit kleinen und größeren Aktionen die Öffentlichkeit über Homöopathie als sichere und sanfte Therapieform zu informieren.
Durchgeführt wird die Homöopathiewoche in Koordination mit der gemeinnützigen World Homeopathy Awareness Organisation WHAO. Als Mitglied übernimmt der Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands VKHD die bundesweite Koordination und setzt damit Impulse. Die Öffentlichkeit kann sich Weltweite Homöopathiewoche im Zeichen der Gesundheit der Frau auf eine bunte und informative Woche freuen: Ob Vorlesungen, Diskussionsveranstaltungen, Infostände in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren sowie Tage der offenen Türen - Homöopathen führen bundesweit die verschiedensten Aktionen durch.
Sanfte und umfassende Hilfe leistet Homöopathie bei einer Vielzahl chronischer und akuter Erkrankungen. Sie bietet eine ernstzunehmende, den Menschen in seiner Ganzheit berücksichtigende Ergänzung oder Alternative zur konventionellen Medizin." Die diesjährige WHAW steht unter dem Thema "Homöopathie - für die Gesundheit der Frau" und informiert rund um bekannte Beschwerden in allen Altersstufen.
Durchgeführt wird die Homöopathiewoche in Koordination mit der gemeinnützigen World Homeopathy Awareness Organisation WHAO. Als Mitglied übernimmt der Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands VKHD die bundesweite Koordination und setzt damit Impulse. Die Öffentlichkeit kann sich Weltweite Homöopathiewoche im Zeichen der Gesundheit der Frau auf eine bunte und informative Woche freuen: Ob Vorlesungen, Diskussionsveranstaltungen, Infostände in Fußgängerzonen oder Einkaufszentren sowie Tage der offenen Türen - Homöopathen führen bundesweit die verschiedensten Aktionen durch.
Sanfte und umfassende Hilfe leistet Homöopathie bei einer Vielzahl chronischer und akuter Erkrankungen. Sie bietet eine ernstzunehmende, den Menschen in seiner Ganzheit berücksichtigende Ergänzung oder Alternative zur konventionellen Medizin." Die diesjährige WHAW steht unter dem Thema "Homöopathie - für die Gesundheit der Frau" und informiert rund um bekannte Beschwerden in allen Altersstufen.
Monday, March 19, 2007
Homöopathie in der Chirurgie (Buch)
Edmond Carleton bringt zwei Therapie-Bereiche in Verbindung, die auf den ersten Blick nicht unbedingt als zusammen gehörig erscheinen: die Chirurgie und die Homöopathie. Im Jahr 1839 in Littleton/New Hampshire geboren, studierte er zunächst am Hahnemann Medical College in Philadelphia sowie am New York Homeopathic Medical College, bevor er als ambulanter Chirurg am Vorgänger des heutigen Metropolitan Hospital begann. Anschließend wurde er dort Facharzt für Chirurgie und übernahm eine Professur auf diesem Gebiet am New York Medical College.
Die Erfahrungen, die er bei seiner Arbeit machte, verarbeitete er in seiner wohl wichtigsten Veröffentlichung: dem Buch „Homeopathy in Medicine and Surgery“, das der Verlag Grundlagen und Praxis nun in der deutschen Ausgabe unter dem Titel „Homöopathie in Praxis und Klinik“ auf den Markt bringt.
Darin stellt Edmund Carleton die unterschiedlichsten Fälle aus seiner mehr als 40-jährigen Praxis als homöopathisch arbeitender Facharzt für Chirurgie vor. Von Abszess bis Zyste, von Gallenstein bis Oberschenkelfraktur, bis hin zu Krebsfällen - Krankengeschichten, die man nicht zwangsläufig mit Homöopathie in Verbindung setzen muss, aber anhand derer Carleton nachweist, welche Möglichkeiten die Homöopathie auch in der klinisch-chirurgischen Arbeit zu bieten hat; nicht ohne einen skeptisch ironischen Blick auf seine allopathisch arbeitenden Kollegen zu werfen.
Die Erfahrungen, die er bei seiner Arbeit machte, verarbeitete er in seiner wohl wichtigsten Veröffentlichung: dem Buch „Homeopathy in Medicine and Surgery“, das der Verlag Grundlagen und Praxis nun in der deutschen Ausgabe unter dem Titel „Homöopathie in Praxis und Klinik“ auf den Markt bringt.
Darin stellt Edmund Carleton die unterschiedlichsten Fälle aus seiner mehr als 40-jährigen Praxis als homöopathisch arbeitender Facharzt für Chirurgie vor. Von Abszess bis Zyste, von Gallenstein bis Oberschenkelfraktur, bis hin zu Krebsfällen - Krankengeschichten, die man nicht zwangsläufig mit Homöopathie in Verbindung setzen muss, aber anhand derer Carleton nachweist, welche Möglichkeiten die Homöopathie auch in der klinisch-chirurgischen Arbeit zu bieten hat; nicht ohne einen skeptisch ironischen Blick auf seine allopathisch arbeitenden Kollegen zu werfen.
Sunday, March 18, 2007
Fitness schützt vor Alzheimer (Münster (ap))
Körperliches und geistiges Training verhindert Ablagerungen im Gehirn.
Regelmäßige körperliche und geistige Betätigung schützt vor den für Alzheimer charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn. Dies wiesen Neuropathologen und Verhaltensbiologen der Universität Münster im Tierversuch nach.
Die Wissenschaftler zeigten zunächst, dass Mäuse, die in einer Umgebung gehalten werden, in der es viel zu spielen und zu entdecken gibt, ein besseres Gedächtnis haben als Artgenossen, die in einer schlichten Umgebung leben. Untersuchungen an den Gehirnen der Tiere zeigten anschließend, dass die Zahl der für Alzheimer charakteristischen Eiweiß-Plaques außerhalb der Zellen des Gehirns bei den Tieren in den "interessanteren" Käfigen um fast ein Drittel geringer war als in der anderen Gruppe. Zudem waren die einzelnen Plaques nach Angaben der Universität Münster im Schnitt nur halb so groß.
Noch auffälliger war der Unterschied bei entsprechenden Protein-Ablagerungen in den Gefäßwänden: Hier lag der Rückgang bei 60 Prozent. Die Eiweißablagerungen erhöhen die Brüchigkeit der Gefäßwände sowie das Risiko für Hirnblutungen und beeinträchtigen den Sauerstofftransport im Gehirn. Dies verstärkt die für Alzheimer typischen Symptome wie Gedächtnisstörungen oder Orientierungsprobleme.
Regelmäßige körperliche und geistige Betätigung schützt vor den für Alzheimer charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn. Dies wiesen Neuropathologen und Verhaltensbiologen der Universität Münster im Tierversuch nach.
Die Wissenschaftler zeigten zunächst, dass Mäuse, die in einer Umgebung gehalten werden, in der es viel zu spielen und zu entdecken gibt, ein besseres Gedächtnis haben als Artgenossen, die in einer schlichten Umgebung leben. Untersuchungen an den Gehirnen der Tiere zeigten anschließend, dass die Zahl der für Alzheimer charakteristischen Eiweiß-Plaques außerhalb der Zellen des Gehirns bei den Tieren in den "interessanteren" Käfigen um fast ein Drittel geringer war als in der anderen Gruppe. Zudem waren die einzelnen Plaques nach Angaben der Universität Münster im Schnitt nur halb so groß.
Noch auffälliger war der Unterschied bei entsprechenden Protein-Ablagerungen in den Gefäßwänden: Hier lag der Rückgang bei 60 Prozent. Die Eiweißablagerungen erhöhen die Brüchigkeit der Gefäßwände sowie das Risiko für Hirnblutungen und beeinträchtigen den Sauerstofftransport im Gehirn. Dies verstärkt die für Alzheimer typischen Symptome wie Gedächtnisstörungen oder Orientierungsprobleme.
NEUES VIOXX-URTEIL (Spiegel.de, 2. März 2007)
Merck muss rund 48 Millionen Dollar zahlen
Das Schmerzmittel Vioxx wurde für viele Patienten zum Risiko. Den Hersteller Merck kommt das immer teurer zu stehen. Heute verkündete ein US-Gericht ein weiteres Millionen-Urteil: Es sprach einem Opfer 20 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu und verhängte weitere Strafzahlungen.
New York - Die Geschworenen im US-Bundesstaat New Jersey sahen es als erwiesen an, dass das mittlerweile vom Markt genommene Medikament einen Herzinfarkt bei dem Kläger verursacht hat. Dafür muss Merck das Schmerzensgeld zahlen. Der Arzt hätte seinem Patienten Vioxx nicht verordnet, wenn ihm das Gesundheitsrisiko bekannt gewesen wäre. Die Geschworenen verhängten zudem Strafzahlungen in Höhe von 27,5 Millionen Dollar gegen Merck. Der Pharmakonzern kündigte Berufung gegen das Urteil an. Zuvor hatte das Gericht Merck des Betrugs am Patienten schuldig gesprochen, da der Konzern die Risiken von Vioxx verschleiert habe.
Bislang wurden mehr als 27.000 Klagen gegen Merck wegen Vioxx eingereicht. Schon in mehreren Fällen wurde das Unternehmen zu Millionenzahlungen verurteilt. Die Kläger beschuldigen den Pharmakonzern, wegen der Einnahme des Mittels Herzbeschwerden gehabt zu haben; auch Todesfälle werden in Zusammenhang mit dem Medikament gebracht. Vioxx wurde 2004 vom Markt genommen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Einnahme des Mittels über mehr als eineinhalb Jahre hinweg das Herzinfarkt-Risiko verdoppelt. Zuvor hatte Merck mit der seit 1999 verkauften Arznei pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Dollar erlöst.
Das Schmerzmittel Vioxx wurde für viele Patienten zum Risiko. Den Hersteller Merck kommt das immer teurer zu stehen. Heute verkündete ein US-Gericht ein weiteres Millionen-Urteil: Es sprach einem Opfer 20 Millionen Dollar Schmerzensgeld zu und verhängte weitere Strafzahlungen.
New York - Die Geschworenen im US-Bundesstaat New Jersey sahen es als erwiesen an, dass das mittlerweile vom Markt genommene Medikament einen Herzinfarkt bei dem Kläger verursacht hat. Dafür muss Merck das Schmerzensgeld zahlen. Der Arzt hätte seinem Patienten Vioxx nicht verordnet, wenn ihm das Gesundheitsrisiko bekannt gewesen wäre. Die Geschworenen verhängten zudem Strafzahlungen in Höhe von 27,5 Millionen Dollar gegen Merck. Der Pharmakonzern kündigte Berufung gegen das Urteil an. Zuvor hatte das Gericht Merck des Betrugs am Patienten schuldig gesprochen, da der Konzern die Risiken von Vioxx verschleiert habe.
Bislang wurden mehr als 27.000 Klagen gegen Merck wegen Vioxx eingereicht. Schon in mehreren Fällen wurde das Unternehmen zu Millionenzahlungen verurteilt. Die Kläger beschuldigen den Pharmakonzern, wegen der Einnahme des Mittels Herzbeschwerden gehabt zu haben; auch Todesfälle werden in Zusammenhang mit dem Medikament gebracht. Vioxx wurde 2004 vom Markt genommen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Einnahme des Mittels über mehr als eineinhalb Jahre hinweg das Herzinfarkt-Risiko verdoppelt. Zuvor hatte Merck mit der seit 1999 verkauften Arznei pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Dollar erlöst.
Friday, August 11, 2006
Dibutylzinn in Radsporthosen
Der Spiegel berichtet, dass in Radsporthosen sich gesundheitsschädliche Chemikalien befinden. Nach Untersuchungen des Magazins "Ökotest" handelt es sich unter anderem um Dibutylzinn, das über die Haut in den Körper gelangt und das Immunsystem schädigen kann.
Wer sein Rad liebt, der schiebt keine ruhige Nummer, sondern schwingt sich oft in den Sattel. Wohl dem, der dabei eine das Sitzfleisch und auch die Gesundheit schonende Sporthose trägt. Leider erfüllen nur wenige Modelle diese Voraussetzungen.
Sunday, June 25, 2006
Nur jeder 50. Tierversuch mit neuen Medikamenten ist auf den Menschen übertragbar (von Silvia von der Weiden, 17. Mai 2006)
Die Entwicklung von Medikamenten ist ein doppelt riskantes Unterfangen: Zum einen schaffen es viele Wirkstoffe nach teurer Erprobung nicht auf den Markt. Das zeigt aber auch der Ausgang eines Tests, bei dem sechs gesunde Männer einen Wirkstoff zur Behandlung von Leukämie, Arthritis und multipler Sklerose testeten. Unmittelbar danach erlitten sie schwerste Nebenwirkungen. Zuvor war der Wirkstoff an Zellkulturen, Kaninchen und Affen getestet worden, "ohne daß es Hinweise auf ein solches Risiko gegeben hätte", beteuert das Unternehmen.
Für die marktreife Entwicklung kalkuliert die Pharmaindustrie mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Von ersten Tests im Reagenzglas über präklinische und klinische Studien bis zur Zulassung braucht es durchschnittlich zwölf Jahre Zeit. Das Risiko eines Totalverlustes ist dabei hoch: Nur einer von 10 000 Wirkstoffen schafft es bis zum Medikament. Immer öfter stellen Forscher fest: Was im Tiermodell funktioniert, muß noch lange nicht beim Menschen Erfolg zeigen. An keiner Stelle in der Entwicklungskette ist das Risiko eines Rückschlages so hoch. Im Schnitt wird nur einer von 50 präklinischen Ansätzen erfolgreich weiterverfolgt. Angesichts des enormen Erkenntnisgewinns durch die moderne Genforschung scheint das verwunderlich, zumindest auf den ersten Blick.
Kürzlich stellte Susan Greenfield, leitende Pharmakologin an der Oxford University, einen Ansatz in Frage, auf den sich bislang viele Entwicklungen stützen: Tests am Tiermodell. "Auch wenn Maus und Mensch sich 95 Prozent der Gene teilen, scheinen genetisch maßgeschneiderte Tiermodelle gerade bei Erkrankungen mit komplexen Ursachen wenig geeignet", urteilt sie. Dazu zählt sie neben Demenz- auch Immunerkrankungen und Krebs. Die Crux bringt eine Untersuchung des Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum am Beispiel von Krebs auf den Punkt: "Dabei handelt es sich um eine multikausale, komplexe Erkrankung, deren Entstehungsmechanismen seit Jahrzehnten intensiv erforscht werden. Trotz vieler Erkenntnisse sind jedoch die Wirkmechanismen nicht vollständig verstanden." Haben die Forscher die Herausforderungen der molekularen Medizin unterschätzt?
Nicht wenige beschleicht der Verdacht, daß sie zu lange auf Modelle gesetzt haben, die eben diese Komplexität nicht angemessen nachbilden können. Auch dazu nimmt die Bochumer Untersuchung Stellung: "Tiermodelle sind zwar wesentlich komplexer als molekularbiologische Einzeluntersuchungen. So manche physiologische Prozesse sind aber bei Tieren anders als beim Menschen."
Dazu zählen die Forscher neben der Lebenserwartung auch den Lebensstil. Sie schätzen, daß allein 70 Prozent aller Krebserkrankungen durch Faktoren wie Ernährung, Alkoholkonsum oder Streß verursacht werden. Sich gegenseitig beeinflussende Größen, die sich in ihrer Gesamtwirkung im Tiermodell kaum nachbilden lassen.
Wie groß die molekularbiologischen Unterschiede zwischen Mensch und seinem nächsten Verwandten, den Schimpansen, jenseits der genetischen Ebene sind, zeigen Untersuchungen, die Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie durchführte. Beide Arten haben 99 Prozent der Gene gemeinsam. Der Forscher interessierte sich jedoch für die von den Genen gesteuerte Proteinsynthese und fand: Im Gehirn sind die Unterschiede viermal größer als auf Gen-Ebene. Für den Neurologen Richard Morris von der Universität Edinburgh ist das Grund genug, an der Aussagefähigkeit von Tiermodellen zu zweifeln: "Die Resultate können in die Irre führen. Manche Firmen konzentrieren sich in ihren Tiermodellen zu einseitig auf die Messung bestimmter Funktionen."
Wie könnten authentische Modelle aussehen? Einen Ansatz bilden Biodatenbanken, wie sie von mehreren Ländern, darunter Estland, Großbritannien und Island, aufgebaut werden. Sie enthalten eine große Zahl menschlicher Blut- und Gewebeproben und verknüpfen molekularbiologische und medizinische Daten von Patienten mit solchen zum Lebensstil.
Der wissenschaftliche Vorteil von Biobanken - ursächliche Bezüge auf verschiedenen Ebenen herzustellen und diese einer Gesamtbewertung zuzuführen - ist aus Sicht vieler Datenschützer zugleich ihr Nachteil. Ihr Argument: Auch wenn Patientendaten anonymisiert werden, läßt sich ein Mißbrauch kaum sicher ausschließen. Noch diskutieren Experten und Politik, wie sich die neuen Herausforderungen des medizinischen Fortschritts am besten bewältigen lassen.
Für die marktreife Entwicklung kalkuliert die Pharmaindustrie mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe. Von ersten Tests im Reagenzglas über präklinische und klinische Studien bis zur Zulassung braucht es durchschnittlich zwölf Jahre Zeit. Das Risiko eines Totalverlustes ist dabei hoch: Nur einer von 10 000 Wirkstoffen schafft es bis zum Medikament. Immer öfter stellen Forscher fest: Was im Tiermodell funktioniert, muß noch lange nicht beim Menschen Erfolg zeigen. An keiner Stelle in der Entwicklungskette ist das Risiko eines Rückschlages so hoch. Im Schnitt wird nur einer von 50 präklinischen Ansätzen erfolgreich weiterverfolgt. Angesichts des enormen Erkenntnisgewinns durch die moderne Genforschung scheint das verwunderlich, zumindest auf den ersten Blick.
Kürzlich stellte Susan Greenfield, leitende Pharmakologin an der Oxford University, einen Ansatz in Frage, auf den sich bislang viele Entwicklungen stützen: Tests am Tiermodell. "Auch wenn Maus und Mensch sich 95 Prozent der Gene teilen, scheinen genetisch maßgeschneiderte Tiermodelle gerade bei Erkrankungen mit komplexen Ursachen wenig geeignet", urteilt sie. Dazu zählt sie neben Demenz- auch Immunerkrankungen und Krebs. Die Crux bringt eine Untersuchung des Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum am Beispiel von Krebs auf den Punkt: "Dabei handelt es sich um eine multikausale, komplexe Erkrankung, deren Entstehungsmechanismen seit Jahrzehnten intensiv erforscht werden. Trotz vieler Erkenntnisse sind jedoch die Wirkmechanismen nicht vollständig verstanden." Haben die Forscher die Herausforderungen der molekularen Medizin unterschätzt?
Nicht wenige beschleicht der Verdacht, daß sie zu lange auf Modelle gesetzt haben, die eben diese Komplexität nicht angemessen nachbilden können. Auch dazu nimmt die Bochumer Untersuchung Stellung: "Tiermodelle sind zwar wesentlich komplexer als molekularbiologische Einzeluntersuchungen. So manche physiologische Prozesse sind aber bei Tieren anders als beim Menschen."
Dazu zählen die Forscher neben der Lebenserwartung auch den Lebensstil. Sie schätzen, daß allein 70 Prozent aller Krebserkrankungen durch Faktoren wie Ernährung, Alkoholkonsum oder Streß verursacht werden. Sich gegenseitig beeinflussende Größen, die sich in ihrer Gesamtwirkung im Tiermodell kaum nachbilden lassen.
Wie groß die molekularbiologischen Unterschiede zwischen Mensch und seinem nächsten Verwandten, den Schimpansen, jenseits der genetischen Ebene sind, zeigen Untersuchungen, die Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie durchführte. Beide Arten haben 99 Prozent der Gene gemeinsam. Der Forscher interessierte sich jedoch für die von den Genen gesteuerte Proteinsynthese und fand: Im Gehirn sind die Unterschiede viermal größer als auf Gen-Ebene. Für den Neurologen Richard Morris von der Universität Edinburgh ist das Grund genug, an der Aussagefähigkeit von Tiermodellen zu zweifeln: "Die Resultate können in die Irre führen. Manche Firmen konzentrieren sich in ihren Tiermodellen zu einseitig auf die Messung bestimmter Funktionen."
Wie könnten authentische Modelle aussehen? Einen Ansatz bilden Biodatenbanken, wie sie von mehreren Ländern, darunter Estland, Großbritannien und Island, aufgebaut werden. Sie enthalten eine große Zahl menschlicher Blut- und Gewebeproben und verknüpfen molekularbiologische und medizinische Daten von Patienten mit solchen zum Lebensstil.
Der wissenschaftliche Vorteil von Biobanken - ursächliche Bezüge auf verschiedenen Ebenen herzustellen und diese einer Gesamtbewertung zuzuführen - ist aus Sicht vieler Datenschützer zugleich ihr Nachteil. Ihr Argument: Auch wenn Patientendaten anonymisiert werden, läßt sich ein Mißbrauch kaum sicher ausschließen. Noch diskutieren Experten und Politik, wie sich die neuen Herausforderungen des medizinischen Fortschritts am besten bewältigen lassen.
Saturday, January 14, 2006
Gray Matter by Joe Berlinger (2004)
| " Gray Matter" ist ein hervorragender Film über Versuche an Kinder während der Nazi-Zeit in Wien. Diese wurden ausgeführt unter der Leitung von Dr Gross. Joe Berlinger gebührt der Dank mehr Licht in das Dunkle der Deutsch-Österreichischen Geschichte zu bringen von der die Österreichische Justiz bis heute nicht viel wissen will. Das mag auch einer der Grund sein warum der Film nur in Amerika erhältlich zu sein scheint. |
Das ist ein Deal!
Zeitausendeins hat ein
zum Thema Hahnemann auf CD (2 Arnzeimittellehren RAM + CK, Apothekerlexikon, Organon 5./6. Auflage ... u.a.) für 15 Euro.
Thursday, November 3, 2005
Amalgam aus der sicht der Homeopathie von H. Pscheidl
Jeder hiervon Betroffene leidet an einer »Kunstkrankheit«.
Hahnemann beschreibt solche als »[...] die traurigsten, die unheilbarsten, und ich bedauere, daß, wenn sie zu einiger Höhe getrieben worden sind, wohl nie Heilmittel für sie scheinen erfunden oder erdacht werden zu können.« (ORG VI, §75) Insbesondere gilt dies, wenn der Mensch vorher bereits an einer natürlichen chronisch-miasmatischen Krankheit litt, dann nämlich kommt es zur Komplizierung beider, die » [...] den bisher einfach Kranken, doppelt krank, das heißt, um vieles kränker und unheilbarer, bisweilen ganz unheilbar machen, ja selbst oft tödten." (ORG V, §41)2
Die chronische Amalgamvergiftung ist eine »Kunstkrankheit«! Sie wird von vielen Homöopathen zu wenig beachtet oder überhaupt nicht erkannt, geschweige denn adäquat therapiert. Der einzige Literaturhinweis, den ich finden konnte, steht in Allen's Key Notes unter Mercurius-dulcis: »Taubheit (bzgl. Hörvermögen, Anm. d. Übers.) und katarrhalische Leiden von Nase, Hals und Rachen durch Quecksilberamalgam-Füllungen« 3.
Die folgenden Ausführungen wollen dazu beitragen, diese Wissenslücke zu schließen.
Zunächst einige Fakten: 4, 5
-
Neue Amalgame (gamma-2-frei) enthalten 50% reines Quecksilber, ältere (gamma-2-haltig) sogar bis zu 53%; die restlichen Prozente teilen Silber, Kupfer, Zink und das Ultragift Zinn unter sich auf. Jährlicher zahnärztlicher Verbrauch an Amalgam (BRD): 20 Tonnen!
-
Aus den Füllungen werden ständig Metalle freigesetzt (insbesondere durch heiße Speisen/Getränke, Saures, Fluorzahnpasten, Zähneknirschen, Kaugummikauen, Bildschirmtätigkeit, elektrische Vorgänge aufgrund des Vorhandenseins anderer Metalle in der Mundhöhle, etc.).
Diese Gifte gelangen nun auf verschiedenen Wegen in den Organismus: Örtlich durch Diffusion über Zahnwurzel/-nerven in Zahnfleisch und Kiefer/-knochen (Nachweis: Röntgenologisch); als verschluckte Partikel über den Verdauungstrakt in den gesamten Körper; als ganztägig im Mund vorhandene Dampfwolke (Quecksilber) über die Lungen ebenfalls in den Organismus als ganzen, und über das Nerven-/ Lymph-/Venensystem direkt in das Gehirn (Nachweis durch Magnetbildtechnik).
-
Dieser Metalle kann sich der Körper nur in sehr langen Zeiträumen wieder entledigen. Falls keine ständige Neuvergiftung erfolgt (wie es beim Amalgamträger leider der Fall ist), und falls die natürliche Ausscheidungsfähigkeit noch intakt ist (auch hier sind Amalgamträger im allgemeinen benachteiligt), liegen die Halbwertszeiten bei Jahren bis Jahrzehnten (Gehirn: 18-20 Jahre, Kiefer: 80 Jahre). Im Blut zirkulierendes Quecksilber (Hg) wird rasch in allen Organen gespeichert, wo »die Konzentration hochsignifikant mit der Zahl der amalgamgefüllten Zähne korreliert« - wie selbst das ehemalige Bundesgesundheitsamt (BGA) inzwischen einräumen mußte.6 Daher eignet sich die Bestimmung von Hg im Blut/Harn als Nachweis einer Hg-Vergiftung nur im akuten Fall, nicht im chronischen.
1. Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst, 6. Auflage, hrsg. von R. Haehl, Stuttgart 1979
2. S. Hahnemann: Organon der Heilkunst, 5. Auflage, Nachdruck, Heidelberg 1987 (=ORG V).
Kent äußert sich zu diesem Thema optimistischer: »Was haben seine [Hahnemanns] treuen Nachfolger zum Beweis der Richtigkeit dieser [in § 41 ORG V aufgestellten] Doktrin und als Zeichen der Weiterentwicklung vorzubringen? Daß viele dieser äußerst komplizierten Erkrankungen ausgelöscht werden können. Daß die Arzneisymptome mit sehr hohen Dynamisierungen überwunden werden können, wonach sich die einfache ursprüngliche Krankheit auf natürliche Art kundtut und mithilfe der dreißigsten Potenz des Meisters geheilt werden kann.« (James T. Kent: Homoeopathy: Its fundamental principles outlined [1886], in: Kent's Minor Writings on Homoeopathy, hrsg. von K.-H. Gypser, Heidelberg 1987, S.161). - Alle englischsprachigen Zitate wurden vom Verfasser übersetzt.
3. Henry C. Allen: Key Notes, Nachdruck der 8. Auflage, Neu Delhi 1992, S. 189.
4. Ich beziehe mich mit diesen Fakten auf die beiden Publikationen von Prof. Max Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, Landsberg 1993, und: Handbuch der Amalgamvergiftung, Landsberg 1992. Siehe auch Anmerkung 5.
5. Wolfgang Koch/Martin Weitz: Amalgam, Wissenschaft und Wirklichkeit, Freiburg 1991.
6. Tamara Zinke: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie, BGA-Sonderdruck, Berlin 1992, S. 614.
Verschleierte Symptomatik
Hg kann eine Unmenge von Symptomen erzeugen (wie auch die anderen Amalgam-Inhaltsstoffe), dem Homöopathen ist das bekannt. In meinem Complete-Repertorium7 ist Mercurius in mehr als 7500 Rubriken enthalten! Einige Leitsymptome der chronischen Amalgamvergiftung sind: Müdigkeit/Antriebslosigkeit, Kopf-/Bauchschmerzen, Gedächtnisstörungen, Zittern, Depressionen, Nervosität, Muskel-/Gelenkschmerzen, Allergie, Infektanfälligkeit, Parodontose.
Die Amalgamsymptomatik ist oft nicht eindeutig erkennbar. Aufgrund der Interaktion mit anderen gespeicherten Giften (Formaldehyd, Blei, Pestizide, Teerkondensat bzw. Nikotin durch Tabakrauchen, PCP etc.) und wegen der relativ langen Latenzzeiten bei langsamer stetiger Vergiftung kann eine Verschleierung stattfinden. Da sich außerdem die Amalgamsymptome mit denjenigen der natürlichen chronisch-miasmatischen Krankheit vermischen, ist die vernünftigste Vorgehensweise (vor jeder homöopathischen Therapie) die schnellstmögliche Entfernung sämtlicher Amalgamfüllungen unter Beachtung aller Schutzmaßnahmen und zwar bei jedem Patienten, ausgenommen nur solche, deren Zustand es nicht erlaubt (z.B. Schwangere). Hahnemann betont im Organon: »Daß jeder verständige Arzt diese [veranlassende oder unterhaltende Ursache] zuerst hinwegräumen wird, versteht sich; .. « (ORG VI, §7, Fußnote)
Selbstverständlich ist eine Sanierung auch allein aus prophylaktischen Gesichtspunkten sinnvoll. Ein »ächter Heilkünstler« (ORG VI, §3): » [...] ist zugleich ein Gesundheitserhalter, wenn er die Gesundheit störenden und Krankheit erzeugenden und unterhaltenden Dinge kennt und sie von den gesunden Menschen zu entfernen weiß.« (ORG VI, §4) Anschließend kann bei Bedarf eine gründliche Ausleitung (= Schwermetallmobilisation) vorgenommen werden, wie sie im folgenden erläutert wird. Wenn die Symptome der «Kunstkrankheit« soweit wie möglich vermindert wurden, klärt sich häufig das Beschwerdebild, und die verbleibende natürliche chronisch-miasmatische Krankheit kann deutlicher erkannt werden.
Unterschiedliche Metalle verstärken Giftfreisetzung!
Beispiel 1: Akute Quecksilbervergiftung
Eine junge Frau ruft mich abends (November 1991) an. Sie leidet unter stärksten Magenkrämpfen und Speichelfluß. Alles begann wenige Stunden nach Einsetzen einer Goldkrone, hierbei wurde am Nachbarzahn eine Amalgamfüllung beschliffen. Aufgrund der Symptome (Seitenlage >, Rückenlage <, Erschütterung <, vorgebeugtes Sitzen >), sowie der Causa (Quecksilbermißbrauch, mit Speichelfluß) gebe ich Sulfur LM 18 (DHU). Nach 10-minütiger Verschlimmerung vergeht der Schmerz schlagartig und kehrt nie wieder.
Auch an eventuell verbliebene Amalgamreste unter Kronen ist in diesem Zusammenhang zu denken. Meiner Patientin empfahl ich die Entfernung sämtlicher Amalgamfüllungen, denn durch ihre erste Goldkrone hatte sich eine Batterie im Mund gebildet, die den Hg-Ausstoß um das bis zu Zehnfache erhöht8.
Nun könnte man fragen, warum ich bei so deutlichen Quecksilbersymptomen nicht Mercur verabreicht habe. Ich möchte das mit folgendem Beispiel begründen, das sich kurz zuvor im selben Jahr ereignete. Es handelte sich um eine Patientin, von der ich viel in Bezug auf Kunstkrankheiten lernen durfte:
Beispiel 2: Haarausfall
Die Patientin, 27 Jahre alt, konsultiert mich im Oktober 1991 wegen eines zunächst rechtsseitigen Haarausfalls, der auf die Verwendung eines neuen - schwefelhaltigen - Shampoos zurückzuführen war, wie sich erst später herausstellte. Die Symptomatik entspricht deutlich dem Schwefel, ich verordne daher Sulfur LM 18 (Zinsser). Es folgt eine erhebliche Verschlechterung - nun auch Haarausfall auf der linken Seite - ohne nachfolgende Besserung, trotz Absetzen des Mittels. Daraufhin Calcium carb. LM 18 (Zinsser) als Antidot. Völlige Heilung des Haarausfalls. Später einmal, als sie wegen einer Infektion Sulfonamide einnahm, trat das gleiche Problem erneut auf und verschwand prompt wieder auf Calc..
Da im allgemeinen vor einer Therapie nicht bekannt ist, ob ein Patient auf isopathische Mittel empfindlich reagieren wird, sollte zunächst das homöopathisch passendste Antidot gegeben werden. Isopathisch gehe ich erst dann vor, wenn die Antidotierung keinen Erfolg bringt. Leider entfernt ein Isopathicum nicht das Metallgift, sondern lindert günstigstenfalls nur dessen Symptomatik.9
Um auf die genannte Patientin zurückzukommen:
Die «chronische« Anamnese, die ich gleich zu Beginn mit ihr aufnahm, brachte mir in Hinsicht Amalgam einige wichtige Erkenntnisse. Acht Monate, bevor sie sich von mir behandeln ließ, erkrankte sie an einer nicht-endogenen Depression, deren auffälligstes Symptom folgendes war: Zwangsgedanken, den Sohn oder sich selbst zu töten, sobald sie ein Messer etc. sah (merc: GS VII, S. 351; SR I 683-5)10 . Nach Psychopharmaka - sowie anschließender Psychotherapie - wurde sie stabiler. Kurz bevor sie zu mir kam, hatte sie bereits beschlossen, sich ihr Amalgam entfernen zu lassen. Dies geschah dann in vier Sitzungen ohne Schutzmaßnahmen, weil ihr Zahnarzt (wie leider die Regel!) solche nicht für nötig hielt. Im Anschluß an den ersten Eingriff trat ein starkes Zittern der Hände auf, weswegen sie mich erneut konsultierte und das auf Lycopodium LM 18 (Zinsser) wich. Nach den folgenden Sitzungen (erneut ohne Schutz!) bekam sie jeweils wenige Tage lang wieder ihre alten Depressionssymptome in abgeschwächter Form (Tötungswunsch), wovon ich aber erst später erfuhr, da alles von selbst wieder abklang. Offensichtlich war also die ursprüngliche Depression eine amalgambedingte Erkrankung, die aufgrund der Neuvergiftung wieder kurz aufloderte.
7 Complete-RepertoriumTM3.0, Mac Repertory, Kronberg
8 W. Koch/M. Weitz: Amalgam, S. 42.
9 Johann Lechner führt zwei Kasuistiken auf, bei denen nach Gabe von Potenzreihen der Silberamalgam-»Nosode« die Patienten deutlich gebessert wurden. Als sich jedoch Rückfälle einstellten, wurde ein DMPS-Test (= Mobilisation/Ausleitung) vorgenommen mit dem labortechnischen Ergebnis (Urinbefund), daß in beiden Fällen offensichtlich keine (ausreichende) Ausscheidung von Amalgam durch die vorherige Nosodentherapie erfolgt war, trotz vorübergehender Symptomenbesserung (Palliation)! Siehe Johann Lechner: Quecksilberbelastung, Strommessung und Nosodentherapie - eine kritische Gegenüberstellung, in: Deutsche Zeitschrift für Biologische Zahnmedizin 8, Heidelberg (1992), S. 8-14.
»Man wende nicht ein, daß dies dann mit Metallgiften auch so sein müsse, und man die Vergiftung mit einem solchen durch dieselbe Potenz dann müßte heilen können. Hier ist jener wesentliche Unterschied nicht in der Art des Einwirkens; denn das Metallgift wirkt nur durch die Menge als solches, jene Tiergifte aber in den kleinsten Mengen auf ganz andere Weise.
Schutz des Patienten während der Sanierung unverzichtbar!
Damals schloß ich mich dem Berliner Arbeitskreis um Helmut Szeteli an, der sich neben seiner homöopathischen Tätigkeit seit längerem eingehend mit den »Kunstkrankheiten« beschäftigt hatte, insbesondere mit dem Amalgamproblem. Ich lernte bei ihm vieles, unter anderem, daß einem Patienten während der Zahnsanierung unbedingt die sogenannte »Kofferdam«-Folie eingelegt werden sollte. Dabei handelt es sich um ein dünnes Gummituch, das die gesamte Mundschleimhaut abdeckt. Nur jene Zähne, die ausgebohrt werden sollen, durchstoßen die Folie. Das ungewollte Verschlucken von Partikeln oder deren Eindringen in die Schleimhaut aufgrund der hohen Turbinenumdrehungen wird damit vermieden. Lediglich die entstehende Quecksilberdampfwolke teilt sich paritätisch zwischen Patient und Behandler auf. In spezialisierten Zahnarztpraxen beugt man auch dieser Vergiftung vor durch entsprechenden schweren Atemschutz. Solche Praxen ähneln Operationssälen.
Amalgam ist in der jüngsten Zeit zunehmend unter Kritik geraten: Der größte Hersteller Deutschlands hat seine Produktion gestoppt, die ersten Schadenersatzprozesse haben begonnen. Immer mehr Patienten lassen sich ihren »Giftmüll« aus den Zähnen entfernen, leider jedoch meist ohne die oben genannten Schutzmaßnahmen. Einem nicht unerheblichen Prozentsatz von ihnen geht es daher anschließend nicht nur nicht besser, sondern bedeutend schlechter. Hier könnten wir als Therapeuten durch entsprechende Beratung eine Neuvergiftung weitgehend verhindern, also wahre Prophylaxe (entspr. ORG VI. §4) betreiben!
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Wenn der Patient finanziell nicht in der Lage ist, die Amalgamsanierung durchführen zu lassen, gibt es derzeit nur ein offiziell anerkanntes Prozedere: Den Nachweis einer Allergie gegen Amalgam oder gegen mindestens eines der Metalle im Amalgam (Quecksilber, Silber, Kupfer, Zink, Zinn) mittels Epikutantest. (Vorzugsweise natürlich bei einem Allergologen, der nicht als Amalgambefürworter gilt.) Gleichzeitig lassen sich die eventuell infrage kommenden Zahnersatzmaterialien, einschließlich Klebern, Zementen etc. auf Verträglichkeit prüfen. Fällt der Test für alle sechs Substanzen (inclusive Amalgam) negativ aus, folgt daraus nicht, daß für diesen Patienten Amalgam unbedenklich ist. Es wurde ja lediglich eine etwaige Allergie (= Idiosynchrasie) untersucht, nicht der toxische Aspekt! Manchmal erbringt eine Nachtestung bei einem zweiten Allergologen (mit den Testpflastern eines anderen Herstellers oder mit dem individuellen Amalgam des Patienten) doch noch den gewünschten Allergiepaß. Übrigens: 56% (d.h. 18 von 32) meiner getesteten Patienten hatten eine Allergie und konnten so die Sanierung ihrer Zähne finanzieren. Falls das nicht klappt, bleibt nur der mühsame Weg durch die gerichtlichen Instanzen, den die meisten Betroffenen aber scheuen. Rechtshilfebelehrungen bieten die Amalgam-Beratungsstellen, auch bei Daunderer11 sind Hinweise zu finden.
Welches Material als Zahnersatz?
Grundsätzlich gilt, daß jeder Stoff potentiell neue Symptome/Krankheiten hervorrufen kann. Entsprechend disponierte Patienten können selbst auf die zahntechnisch bevorzugten Hochgoldlegierungen mit neuen Beschwerdebildern reagieren. Die von Dr. Bartak12 beschriebene Aurum-Depression wurde auch in unserem Arbeitskreis beobachtet. Bei 6% meiner getesteten Patienten lag eine Goldallergie vor. Ob eine Metallunverträglichkeit im Vorfeld durch EAV/EAP- und sonstige Testungen auszuschließen ist, muß ernsthaft bezweifelt werden, da sich bei allen diesen Verfahren das zu prüfende Material zum Zeitpunkt der Messung noch außerhalb des Körpers befindet. Eine Reaktion des Organismus in Form von Abbau-/Umbau- oder Einlagerungsvorgängen, bzw. eine Wechselwirkung mit irgendwelchen Metaboliten hat noch nicht stattgefunden. Daraus läßt sich sicher keine allergisch/toxische Unbedenklichkeitsbescheinigung für alle Zukunft ableiten. Palladiumhaltige Legierungen (v.a. Spargold) verbieten sich aufgrund ihrer Toxizität von selbst.13 Sämtliche Metalle (auch die keramik-verblendeten) aber haben - abgesehen von ihren stoffbedingten »Nebenwirkungen« auf das Individuum - noch einen weiteren, sehr bedenklichen Effekt: Sie halten aufgrund physikalisch-elektrischer Eigenschaften den Amalgam-Schwermetallspiegel im Kiefer fest, der im Laufe der Jahre dorthin diffundiert ist (Nachweis: Röntgenologisch)14. Diese Stördepots sind dann den natürlichen Ausscheidungskräften bzw. einer therapeutischen Mobilisation nicht mehr zugänglich. Übrigens lohnt es sich, im Zuge der homöopathischen Erstanamnese den Patienten zu bitten, von seinem Zahnarzt sowohl den Zeitpunkt, an dem er Zahnersatz erhielt, als auch die Zusammensetzung seiner metallischen Zahnkronen/-inlays etc. zu erfragen, um evtl. »Kunstkrankheiten» erkennen zu können, die im Anschluß aufgetreten sind. Für Kunststoffe läßt sich eine zu einer Idiosynchrasie führende oder eine toxische Wirkung ebenfalls nicht ausschließen. Die einzigen Substanzen, die sich uns (bisher!) als unbedenklich erwiesen haben, sind Vollkeramiken, vorzugsweise einzementiert (Allergietestung vorher!). Allerdings gibt es hierbei noch keine Langzeiterfahrungen.
10 GS: Constantin Hering et al., The Guiding Symptoms of our Materia Medica, Vol. I-X, Reprint Neu Delhi 1974.
SR: Horst Barthel/Will Klunker, Synthetisches Repertorium, 3. Aufl., Heidelberg 1987
11 M. Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, S. 44ff.
12 Archiv für Homöopathik, Bd. 3, Oberhausen 1994, S. 57.
Verbleibende Schwermetalldepots
Spätestens mit der Einbringung des endgültigen Zahnersatzes betrachten die meisten Patienten ihre Amalgambelastung als erledigt. Dem ist aber leider nicht so. Wie oben bereits dargelegt, sind im Organismus Schwermetalldepots entstanden, die die »Kunstkrankheit« aufrechterhalten oder eine solche nach abgelaufener Latenzzeit und/oder durch Interaktion mit anderen aufgenommenen Giften entstehen lassen können. Nun sind allerlei therapeutische Verfahren bekannt, mit deren Hilfe die Restgifte entfernt werden sollen. Die Palette reicht von Vitaminen über Spurenelemente, bis hin zu technischen Verfahren wie Biotensoren, Elektroakupunktur und Bioresonanzgeräten. Allen gemeinsam ist eines: Ihre Wirksamkeit ist unbewiesen. Das gilt - leider - auch für die Homöopathie. Da wird munter »ausgeleitet« mit potenziertem Mercur, Amalgamnosoden16 oder - individueller - anhand der Symptomatik mit dem passendsten Mercur-Antidot. Verschwinden bei einer dieser Methoden die Symptome des Kranken, gilt das Gift als ausgeleitet. Jedoch wird dabei Symptomenlöschung mit Ausleitung verwechselt. Homöopathie kann einen sinnvollen Beitrag zur Behandlung der Amalgamvergiftungsfolgen liefern, kein Zweifel. Eine tatsächliche Giftausscheidung allerdings muß - bis zum Beweis des Gegenteils - als frommer Wunsch gelten.
Die Frage, ob diese Schwermetalldepots wirklich mobilisiert (=ausgeleitet) werden sollten, ist nur am individuellen Fall zu entscheiden. Als derzeit einzige nachweislich wirksame Substanz gilt diesbezüglich die chemotherapeutische Schwefelverbindung DMPS-Heyl (i.v. bzw. i.m.)/Dimaval® (per os). Ihr Nebenwirkungsspektrum ist relativ gering.17 Treten nach der Verabreichung dennoch Symptome auf (zum Beispiel Hautreaktionen), lassen sich diese mithilfe des Repertoriums in der Regel auf Mercurius oder ein anderes, im Körper abgelagertes Metall zurückführen, das nun in Bewegung gekommen und zum Teil. ausgeschieden, zum Teil wieder andernorts deponiert wird. An diesem Punkt - wenn die Symptomatik sehr lästig wird - ist homöopathische Hilfe sinnvoll, allerdings mit der individuell angezeigten Arznei.
Nach jeder Verabreichung von DMPS-Heyl/Dimaval® wird die tatsächliche Schwermetallausscheidung kontrolliert (Urin bzw. Stuhl), um über eine eventuell nötige Wiederholung entscheiden zu können. Einzelheiten sind in den Publikationen von Daunderer nachzulesen18 oder bei den Amalgam-Arbeitskreisen zu erfahren. Die entsprechende Literatur sollte unbedingt studiert werden, will man mit dieser Methode in der Praxis arbeiten. Auch sollte jeder, der sich dieses Verfahrens bedienen will, es zunächst an sich selber testen!
Beurteilung der Mobilisationswerte:19
-
Patienten, die nie Amalgamfüllungen hatten, scheiden nach der ersten DMPS-Heyl-Gabe über den Urin bis zu 20 µg Quecksilber/g Kreatinin) aus.
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Passionierte Fischesser, die nie Amalgamfüllungen hatten bis zu 50 µg/g Kreat.
-
Bei Amalgampatienten (auch ehemaligen) wird diese Grenze von 50 µg/g Kreat. meist deutlich überschritten.
Mit dieser Methode ist es nun erstmals auch möglich, die (Nicht-) Wirksamkeit aller anderen »Ausleitungsverfahren« zu beweisen: Ich habe einige amalgamsanierte, jahrelang homöopathisch vorbehandelte Patienten, einschließlich meiner selbst, in meiner Kartei, die trotz alledem nach DMPS-Heyl-Gabe erhebliche Mengen Quecksilber ausschieden.
Beispiel 3: Depressive Zustände, Antriebshemmung
Eine Patientin, 45 Jahre alt, kommt im Oktober 1993 in meine Praxis. Sie klagt über depressive Verstimmung, Wortfindungsprobleme und Antriebslosigkeit. Amalgam war bei ihr bereits vor 17 Jahren - ohne Schutz - entfernt worden, es folgte eine jahrelange homöopathische Behandlung ohne Erfolg. Eine vor eineinhalb Jahren bei einem Heilpraktiker durchgeführte Haaranalyse hatte erhöhte Werte für Hg (0,8 mg/kg) und Blei (3 mg/kg) ergeben. Aufgrund dieser Analysewerte wurde von dem Kollegen über 1 Jahr (!) lang Merc. sol. (Potenz unbekannt), sowie das in solchen Fällen eher schädliche Selen20 verordnet. Eine Besserung der Grundbeschwerden trat nicht ein.
1. Mobilisation (2. Dezember 1993):
Hg (Urin): 76,5 µg/Ltr. bzw. 182,1 µg/g Kreat.
Blei: 33 µg/Ltr. bzw. 78 µg/g Kreat. (»Norm«: < 150 µg/g Kreat.)
In der ersten Woche hat die Patientin sehr viel Energie, danach ist sie wieder antriebslos wie früher.
2. Mobilisation (15. Dezember 1993):
Hg: 63,8 µg/Ltr. bzw. 132,9 µg/g Kreat.
Blei: 29 µg/Ltr. bzw. 60 µg/g Kreat.
Vorübergehend treten Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schweiße auf, dann folgt ein großer Energieschub. Depressionen und Antrieb wesentlich gebessert! Daher läßt die Patientin keine dritte Ausleitung vornehmen, trotz meiner Empfehlung. (Sie wird voraussichtlich noch mehrere benötigen wegen zwar verminderter, aber keinesfalls unbedenklicher Hg-Werte.)
Die Haaranalyse hat in diesem Fall dem erwähnten Kollegen zwar einen Hinweis gegeben, offensichtlich war er aber mit seiner Vorgehensweise nicht in der Lage, das Quecksilber auszuleiten. Ich persönlich betrachte die Haar-Tests aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit vortherapierten Patienten als nicht aussagekräftig genug, oft werden vorhandene Belastungen garnicht nicht erkannt.21
Beispiel 4: Schwerste Alopecia
Die Patientin, 28 Jahre alt, bittet mich im November 1993 um Rat. Sie wurde von mir bereits eineinhalb Jahre zuvor wegen diverser Beschwerden homöopathisch behandelt. Eine Amalgamentfernung lehnte sie damals ab. Im Dezember 1992 wurden drei Amalgamfüllungen entfernt und erneuert. Im Februar 1993 begann langsam ein Haarausfall, der sich im September 1993 stark verschlimmert. An den kahlen Stellen trat ein pickelartiger Ausschlag auf. Außerdem leidet die Patientin seither anfallsweise unter extremem Schwindel, sie kann dann nur noch auf dem Bauch liegen, da sich bei jeder Bewegung alles dreht (KK22: I.162/3: SCHWINDEL; Hinlegen, muß sich: ... merc ..). Ferner bestehen Bauchbeschwerden (Durchfälle, Krämpfe) und Ekzeme um die Augen herum (KK: III.16: AUGEN; Hautausschläge um die Augen: .. MERC ..).
Eine zwischenzeitliche Haaranalyse bei einem Heilpraktiker hatte auf keine Quecksilberbelastung hingewiesen. Der Kollege gab der Patientin daraufhin viele Ernährungsempfehlungen, aber erkannte offensichtlich nicht die Ursache ihrer Beschwerden, wie der weitere Behandlungsverlauf zeigt.
Ich rate zur sofortigen Entfernung sämtlicher Amalgamfüllungen (ein Epikutantest ergab übrigens eine hochgradige Allergie gegen Quecksilber und einige andere Metalle), anschließend lasse ich eine DMPS-Heyl-Mobilisation durchführen.
1. Mobilisation (Dezember 1993):
Hg (Urin): 124 µg/Ltr. bzw. 120,3 µg/g Kreat.
3 Tage später treten kurze Anfälle von Bauchkrämpfen auf, das Haarwachstum beginnt wieder.
2. Mobilisation (Februar 1994):
Hg: 107,1 µg/Ltr. bzw. 74,8 µg/g Kreat.
Erneut hat die Patientin kurzzeitig Bauchbeschwerden. Zeitweise tritt extremes Zittern(!) in Beinen bei geringer Anstrengung auf. Das Haarwachstum nimmt weiter zu, die Pickel verschwinden. Auch das Ekzem der Augengegend verschwindet langsam.
3. Mobilisation (April 1994):
Hg: 76,4 µg/Ltr. bzw. 32,5 µg/g Kreat.
Bauchbeschwerden treten nicht mehr auf. Die Haare sind bis auf zwei Stellen völlig nachgewachsen. die Pickel sind verschwunden.
4. Mobilisation (August 1994):
Hg: 39,9 µg/Ltr. bzw. 23,4 µg/g Kreat.
Die Patientin verspürt vorübergehend Müdigkeit. Der Haarbestand ist normal bis auf eine Stelle der linken Seite, die nun langsam auch zuwächst. Die Behandlung ist noch nicht abgeschlossen, weitere Mobilisationen sind vermutlich nötig.
13 Vgl. den kritischen Artikel über die im Zuge der Kostendämpfung eingeführten Palladium-Legierungen (sogenanntes Spargold) in: Der Spiegel, Hamburg 7/1993, S. 81.
14 M. Daunderer, Amalgam -Patienteninformation, S. 15.
15 Arbeitskreis Amalgam, Friedrichstr. 165, 10117 Berlin-Mitte, Tel: 030 / 609 3728
16 Vgl. dazu Anmerkung 9.
17 DMPS-Heyl®(i.v./i.m.)/Dimaval® (per os): Gelegentlich Schüttelfrost, Fieber oder Hautreaktionen (Juckreiz, Ausschlag) vermutlich allergischer Natur, in der Regel reversibel. Vereinzelt schwere allergische Hauterscheinungen (Erythema exsudativum multiforme). Transaminasenerhöhung in Einzelfällen. Herz-Kreislauf-Reaktionen, vor allem bei zu schneller Injektion (Blutdruckabfall, Übelkeit, Schwindel, Schwäche). Bei längerer Anwendung eventuell Beeinflussung des Mineralstoffhaushalts (vor allem Zink, Kupfer) - siehe Beipackzettel.
Die zu verabreichende Menge beider Antidotformen richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten. Die parenterale Verabreichungsart entgiftet insbesondere die Nieren (Nachweis : Urin), sie ist als Mobilisation - leider - effektiver als die Gabe per os. Ich empfehle sie (i.v.) vorzugsweise bei Erwachsenen. Die Gabe per os muß höher dosiert werden und wirkt vor allem auf den Darm entgiftend. Sie ist ungenauer bezüglich der Meßwerte (Stuhl). Ich wende sie vor allem bei Kindern an; sowie auch bei Erwachsenen, deren parenterale Mobilisation - trotz eindeutiger Amalgamvergiftungssymptome - keine Ausscheidung/Symptombesserung erbringt. Aufgrund der ausgeleiteten Metalle folgt beiden Mobilisationen eine kürzere oder längere »Schwermetallbewegung« im Organismus, dabei werden die Ausleitungsorgane erneut »aufgefüllt«. Daraus resultiert die Forderung nach einer Wartezeit zwischen den einzelnen Antidotgaben, die von der Symptombesserung und Ausscheidungshöhe abhängt.
18 Siehe Anmerkung 4 oder Literaturverzeichnis.
19 Vgl. M. Daunderer, Handbuch der Amalgamvergiftung, II-9.4.2, S. 28.
20 »Selen verstärkt die psychische, schwächt die körperliche Vergiftungssymptomatik, d.h. es fördert die Gifteinlagerung ins Gehirn! [...] SELEN IST BEI HIRNSYMPTOMEN VERBOTEN.«
21 M. Daunderer: Handbuch der Amalgamvergiftung, II-9.4.8, S. 1f.
22 KK = Georg von Keller/Jost Künzli (Hrsg.): Kents Repertorium der homöopathischen Arzneimittel. 9 Aufl., Heidelberg 1986.
Entfernung kleinster Mengen Hg kann deutlich bessern
Für Patienten mit dem Schwerpunkt »psychische/psychiatrische Symptomatik« gelten die oben angegebenen Grenzwerte nicht unbedingt. Solche Kranken reagieren oft bereits bei kleinsten Mengen sensibel.23
Beispiel 5: Depressive Zustände
Der Patient, 38 Jahre alt, war von 1985 an wegen Verdauungsstörungen und Depressionen (er konnte nicht mehr unter Menschen sein, ertrug andere nicht mehr) mehrere Jahre lang in homöopathischer Behandlung bei einem erfahrenen Kollegen (Mittel unter anderem auch das Mercur antidotierende Sulfur, Arsen, Calc. carb., obwohl natürlich nicht in dieser Absicht verschrieben). Der Patient brach dann - trotz anfänglicher Besserung - die Behandlung ab, weil es »irgendwie nicht weiterging« (typisch für eine Blockade durch zum Beispiel Amalgam). Auch die Zahnsanierung (ohne Schutz) 1991 brachte keine Besserung. Aufgrund eines Amalgamvortrags von Prof. Daunderer ließ er sich von seinem Arzt DMPS-Heyl spritzen.
1. Mobilisation (Oktober 1992):
Hg: 14,6 µg/Ltr. bzw. 23,5 µg/g Kreat.
Daraufhin erfolgte eine schlagartige und dauerhafte Besserung der Depression, außerdem konnte der Patient jetzt auffällig besser denken und planen - früher waren seine Gedanken ausschließlich mit der Gegenwart beschäftigt gewesen. Die Verdauungssymptomatik blieb unverändert. Im Januar 1993 kommt der Patient in meine Behandlung.
2. Mobilisation (Februar 1993):
Hg: 4,4 µg/Ltr. bzw. 18,3 µg/gKreat.
Die körperliche Vitalität hat zugenommen. Die Verdauungssymptomatik ist gebessert, aber noch nicht zufriedenstellend. Der Patient wird derzeit homöopathisch weiterbehandelt.
Säuglinge und Kinder
Kommen wir zum letzten und vielleicht traurigsten Aspekt, nämlich der Amalgamvergiftung der Kinder. Logischerweise muß bei ihnen das Legen einer solchen Füllung allein schon aufgrund des vergleichsweise niedrigeren Körpergewichts ein größeres Intoxikationsrisiko beinhalten. Selbst das BGA rät inzwischen (Dez. 1992) von Amalgam bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr ab.24 Wie bei Erwachsenen, sollte man alle Amalgamfüllungen so rasch wie möglich und unter Beachtung entsprechender Schutzmaßnahmen entfernen lassen.
Aber auch Kinder, die bisher keine Füllungen hatten, sind häufig bereits vergiftet und zwar durch die Amalgambelastung der Mutter.25 Im fetalen Blut ist der Quecksilber anteil 6-30mal größer als in dem der Mutter, durch das Stillen kommt es zu einem weiteren Giftschub. Besonders problematisch wird es, wenn die Mutter während der Schwangerschaft oder der Stillzeit eine Zahnbehandlung hatte, bei Patientinnen der neuen Bundesländer war dies oft Standard! Es lohnt sich, in der Anamnese daran zu denken.
Meiner persönlichen Erfahrung nach sind es insbesondere psychische Auffälligkeiten oder Hauterkrankungen (zum Beispiel Neurodermitis), die auf eine Mitbeteiligung einer Amalgamvergiftung hindeuten können. Aber natürlich können auch die übrigen Metallsymptomatiken vorkommen.
Beispiel 6: Psychische Auffälligkeit, (Hyperkinese, Wutanfälle)
Das Mädchen, 6 Monate alt, kommt im April 1992 in meine Behandlung. Die Anamnese ergibt: Zittern beim Erwachen (Merc!), oft tiefes Seufzen, immer leicht erhöhte Temperatur, alle denkbaren Impfungen einschließlich MMR, häufig Knieellenbogenlage, unruhig im Schlaf - im Wachzustand »hyperkinetisch«, zwei Hämangiome, Schafsköttelstuhl.
Vater: TBC, Heuschnupfen; Mutter: häufig erschöpft/traurig, früher Alopecia areata(!), viele Amalgamfüllungen; Großeltern: Syphilis, mehrere Fälle von CA, Alkoholprobleme.
Zwei Jahre lang behandelte ich das Mädchen homöopathisch entsprechend der individuellen Symptomatik und miasmatischen Belastung mit Tub. LM 4-6 (Zinsser), C 200 (Homeoden), Carc. C 30/200 (Homeoden), Bac. C 200 (Homeoden), Sulf. C 30/200 (Homeoden), Phos. C 30 Homeoden). Manches hat sich dadurch gebessert, eines der Hämangiome ist deutlich verkleinert.
Inzwischen jedoch steht die psychische Symptomatik im Vordergrund: Eigensinnig/viel Widerspruch, muß Verbotenes zwanghaft tun, beißt, schlägt sich selbst (Bestrafung), Wutanfälle, weint oft nachts. Bell. C 30 (Homeoden): Keine Änderung. Merc. C 30 (DHU) führt zu einer deutlichen psychischen Besserung (Weinen, Schlagen, Beißen, nächtliche Unruhe), das bereits reduzierte Hämangiom verkleinert sich weiter. Das Mittel wird wegen erneuter psychischer psychischer Verschlechterung wiederholt, nun zeigt das Mädchen Halsempfindlichkeit gegen Berührung und ist diktatorisch. Lach. C 30 (Homeoden) bringt keine keine Besserung. Auf Syph. C 200 (Homeoden) reagiert die Patientin depressiv und erneut mit Wutanfällen.
1. Mobilisation/per os (April 1994):
Hg: 34 µg/kg im Stuhl (»Normalwert« soll unter 10 µg/kg sein!)
Die Patientin richtet ihre Wut jetzt nicht mehr gegen sich selbst, sondern lebt sie am Mobilar aus. Erstmalig erlaubt sie dem Vater einen Gutenachtkuß.
2. Mobilisation (Mai 1994):
Hg: 388 µg/kg (!), der bisher höchste Stuhlwert in meiner Praxis.
Es tritt ein Harnwegsinfekt auf (Bell. C 30, Homeoden), dann Zahnfleischschwellung (Hep. C 30, Homeoden), vorübergehend Speichelfluß, das Mädchen braucht nun viel Trost.
3. Mobilisation (Juli 1994):
Hg: 13 µg/kg
Erst zeigt sich die Patientin sehr aggressiv, im Widerspruch mit sich selbst (Anac. C 30, Homeoden) und diktatorisch, dann nehmen die Wutanfälle deutlich ab und bleiben schließlich ganz aus. Der Stuhl ist erstmalig wurstförmig, das Mädchen setzt sich besser auseinander mit anderen Kindern und ist nachts ruhiger.
Derzeit wird homöopathisch weiterbehandelt mit Merc. C 30 (DHU), nachdem Tub. C 200 (Homeoden) und darauf Lyc. C30 (Homeoden) keine Besserung gebracht haben.
Dies war ein extremes Beispiel einer offensichtlich massiven Quecksilberbelastung durch mütterliches Amalgam, es ist bei weitem nicht das einzige. Schwangere und Stillende sollten auf keinen Fall Behandlungen ihrer Amalgamfüllungen zulassen, erst nach dem Abstillen darf saniert werden. Auch in dieser Hinsicht ist mittlerweile vom BGA eine entsprechende Warnung ergangen.26
23 »Da eine besondere Giftempfindlichkeit des Gehirns vorliegt, geben die Mobilisationswerte - auch wenn sie extrem niedrig sind, keinen Hinweis auf die Schwere der Erkrankung, sondern nur das verbesserte klinische Bild nach DMPS-Heyl [...].« (M. Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, S. 37.)
24 T. Zinke: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie, S. 615.
25 M. Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, S. 42.
Chemotherapeutische Mobilisation in der Kritik
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Wie Herr Dr. Bartak in seiner Stellungnahme zu meinem Leserbrief sehr richtig bemerkt,27 ist die Verabreichung von DMPS-Heyl »absolut unhomöopathisch«, so unhomöopathisch wie es ist, wenn wir » [...] verschluckte Belladonne-Beeren u.s.w. durch Erbrechen fortzuschaffen suchen, [...]« (ORG VI. §7, Fußnote), aber es ist gleichbedeutend der Entfernung einer - bei manchen Menschen - veranlassenden oder unterhaltenden Ursache. Wie oben dargelegt, mußte ich feststellen, daß die Homöopathie leider nicht in der Lage ist, dergleichen zu vollbringen, - daher halte ich die »Krücke« DMPS-Heyl aufgrund eigener Erfahrungen für das vergleichsweise kleinere Übel. Quecksilber ist ein zu tückisches Gift (»Der Affe unter den Arzneien«), um erhebliche Mengen davon im Körper zu belassen.
Zum Thema »Zink- oder Kupfermangel durch DMPS-Verabreichung« empfehle ich das aufmerksame Studium der Primärliteratur von Prof. Daunderer28, hier nur soviel: Zinkmangel ist meist gerade eine Folge chronischer Vergiftung und nicht eine Folge der seltenen DMPS®-Gaben. Dennoch sollte man vor einer Ausleitung dieses Spurenelement im Spontanurin bestimmen lassen, damit bei einem Mangel (< 140 µg/g Kreat.) nach der Ausleitung für kurze Zeit substituiert werden kann. Die hohe Ausscheidung des Zink-Antagonisten Kupfer nach DMPS-Heyl hingegen ist sogar ein zusätzlicher Hinweis auf weitere Giftdepots.29
Beispiel 7: Amalgamintoxikation mit chronischem Zinkmangel30
Eine Frau, 34 Jahre alt, kommt im September 1992 in die Praxis. Sie klagt über Migräne, Sehstörungen (Akkomodationstörung, Nachtblindheit), Gedächtnisstörungen, Asthma, Heuschnupfen, und extreme Schwäche. Nur etwa zwei Stunden am Tag ist sie arbeitsfähig (Eventuell Chronisches Müdigkeitssyndrom). Sie hat 17, zum Teil große Amalgamfüllungen. Die Vorbehandlung - erst zwei Jahre anthroposophische »Homöopathie« (v.a. mit Mercur), dann drei Jahre klassisch-homöopathisch (vor allem mit Nat-m.) - blieb ohne ersichtlichen Erfolg.
An die Amalgamsanierung schließen sich jetzt Mobilisationen mit DMPS-Heyl an. Werte (µg/g Kreat. im Harn): Dezember 1992 (vor Zahnsanierung): 212,5 / Februar 1993: 262,8 / April 1993: 50,4 / Mai 1993: 37,5 / Februar 1994: 15,2 / August 1994: 16,0.
Die Mobilisationen erfolgten jeweils nach erneutem Ansteigen der Beschwerden, mit weitgehendem Abklingen danach. Der erste Zahn ist - gegen bsseren Rat - ohne Kofferdam ausgebohrt worden, worauf die Migräne häufiger auftritt (dreimal wöchentlich statt einmal vierzehntägig). Der Zinkwert von 88 µg/g Kreat (Spontanurin) im Dezember 1992 steigt bis August 1994 auf 318 µg/g Kreat., bei nur seltener Substitution, die bereits Monate vor der letzten Messung ausgesetzt worden ist. Bis Juni 1993 wird homöopathisch nur akut behandelt (Migräne etc.). Danach Nat- m. (Q-Potenzen, Gudjons) als »chronisches« Mittel, jetzt mit ausgezeichnetem Erfolg. Die Patientin ist wieder voll arbeitsfähig. Sehstörungen treten immer dann erneut auf, wenn sie mit dem Rauchen wieder anfängt (Zinkfresser/Zinkmangelsymptome). Die meisten Probleme bereitet noch die schwere Hirnvergiftung, und es ist zu erwarten, daß die Behandlung noch einige Jahre andauern wird.
An dieser Fallbeschreibung kann man gut sehen, daß Quecksilber eine eindeutige Blockade für Homöopathica darstellt, daß Mercur (in Potenz) rein garnichts »ausleitet« und sich ein chronischer Zinkmangel durch DMPS-Heyl-Mobilisationen von selbst reguliert (antagonistisches Verhältnis von Hg und Zink), daß also keineswegs, wie oft behauptet, durch DMPS-Heyl ein Zinkmangel hervorgerufen wird.
Ich konnte in dieser Arbeit lediglich auf die allerwichtigsten Fakten der Amalgamvergiftung hinweisen, eine gründliche Einarbeitung in die angegebene Literatur ist unabdingbar, will man diese »Kunstkrankheit« erfolgreich erkennen, therapieren und - insbesondere - dabei DMPS-Heyl einsetzen.
Eine komplette Heilung der chronischen Amalgamkrankheit kann auch DMPS-Heyl nicht bieten (»Einmal Amalgam, immer Amalgam»),31 wohl aber eine Linderung oder Besserung der damit ursächlich in Zusammenhang stehenden Beschwerden. Eine anschließende homöopathische Therapie bietet die Chance weiterer Symptombesserung.
Eine abschließende Bitte an die Leser: Wer glaubt, eine bessere Methode zu kennen, sollte diese mit einem DMPS-Test objektiv prüfen. Falls sich bei vorher stark belasteten Patienten, die mit einer anderen Methode behandelt wurden, durch (in größeren Abständen) wiederholte und korrekt durchgeführte DMPS-Tests keine bedeutenden Mengen Quecksilber mobilisieren lassen bzw. keine Symptomenbesserung erfolgt, und falls die eventuellen. Nebenwirkungen noch geringer sind als bei DMPS-Heyl, werde ich einer der ersten sein, der diesen Weg nach entsprechender Prüfung dankbar übernimmt.
26 M. Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, S. 30f.
27 Archiv für Homöopathik, Bd. 3, Oberhausen 1994, S. 146f.
28 M. Daunderer: Amalgam - Patienteninformation, S. 30f.
29 ebd.
30 Dieses Fallbeispiel wurde mir freundlicherweise von meinem Kollegen Thomas Blasig-Jäger, Berlin, zur Verfügung gestellt.
Literatur:
- Allen, Henry C.: Key Notes, Nachdruck der 8. Auflage, Neu-Delhi 1992
- Archiv für Homöopathik, Bd. 3, Oberhausen 1994
- Barthel, Horst/Klunker, Will (Hrsg.): Synthetisches Repertorium, 3. Auflage, Heidelberg 1987
- Complete Repertorium TM3.0, Mac Repertory, Kronberg
- Daunderer, Max: Amalgam - Patienteninformation, Landsberg 1993
- Daunderer, Max: Handbuch der Amalgamvergiftung, Landsberg 1992
- Gypser, Klaus-Henning (Hrsg.): Herings Medizinische Schriften, Göttingen 1988
- Gypser, Klaus-Henning (Hrsg.): Kent's Minor Writings on Homeopathy, Heidelberg 1987
- Hahnemann, Samuel: Organon der Heilkunst, Nachdruck der 5. Auflage, Heidelberg 1987
- Hahnemann, Samuel: Organon der Heilkunst, 6. Auflage, hrsg. von R. Haehl, Stuttgart 1979
- Hering, Constantin et al.: The Guiding Symptoms of our Materia Medica, Vol. I-X, Reprint Neu-Delhi 1974
- Koch, Wolfgang/Weitz, Martin: Amalgam, Wissenschaft und Wirklichkeit, Freiburg 1991
- Künzli, Jost/Keller, Georg (Hrsg.): Kents Repertorium der homöopathischen Arzneimittel, 9. Auflage, Heidelberg 1986
- Lechner, Johann: Quecksilberbelastung, Strommessung und Nosodentherapie - eine kritische Gegenüberstellung, in: Deutsche Zeitschrift für Biologische Zahnmedizin 8, Heidelberg 1992
- Der Spiegel, Nr. 7, Hamburg 1993
- Zinke, Tamara: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie, BGA-Sonderdruck, Berlin 1992
Nachtrag (2/99)
Zu Allergietests: Der Epikutantest sollte 7 Tage auf der Haut verbleiben. Die hohe Allergierate meiner Patienten bezieht sich auf diese Zeitdauer. Aber Vorsicht: Hierbei kann Quecksilber durch die Haut resorbiert werden und Symptome verursachen. Es gibt auch Allergie-Bluttests (RAST/EAST, LTT), die jedoch nicht so empfindlich sind wie die (7-Tage-) Epikutantests.
Zu DMPS-Heyl/Dimaval®: In der Zwischenzeit haben sich weitere Kontraindikationen und eine ganze Reihe von Anwendungshinweisen ergeben, siehe spätere Publikationen. Das Medikament scheidet viele weitere Metalle aus, zum Beispiel das Halbmetall Arsen. DMPS-Heyl/Dimaval® wurde inzwischen rezeptpflichtig.
Zu Beispiel 6: Das Deutlicherwerden der psychischen Symptomatik in Anschluß an die anfängliche, rein homöopathische Behandlung kann auf zweierlei Ursachen zurückzuführen sein: 1) Nach der Besserung der miasmatischen Belastung kann die Vergiftungssymptomatik deutlicher hervortreten. 2) Die homöopathischen Mittel haben Metallsymptome »unterdrückt«, was zu einer Verlagerung der Metalle in sensiblere, zentralere Bereiche (Gehirn!) führte. Daher die Empfehlung, zunächst die »Kunstkrankheit(en)« weitestgehend zu reduzieren, bevor die chronisch homöopathische Behandlung beginnt.
Bei Zwanghaftigkeit ist stets auch an Arsen zu denken, was leider bei den Urinuntersuchungen im Zuge der Mobilisationen nicht gemessen wurde.
31 Prof. Max Daunderer, Vortrag in Berlin 1994.
Kontakt:
(Ingenieur, Heilpraktiker – Homöopathie, Baubiologie, Umweltgiftberatung)
Amalgam, die unendliche Geschichte - Die Vergiftung und wie man sie sachgerecht behandelt (H. Pscheidl, Heilpraktiker, Augsburg)
Zeit für Entwarnung?
Mitnichten! Selbst wenn die Schwermetall-Füllungen ab dem heutigen Tage verboten würden: Das Thema Amalgam wird uns mit Sicherheit noch jahrzehntelang verfolgen. Warum das so ist und was jede(r) einzelne selbst tun kann, um den Schaden für sich so gering wie möglich zu halten - darum geht es in diesem Beitrag.
»Ich ernähre mich vollwertig und lebe auch sonst sehr gesundheitsbewusst, da kann mir Amalgam nicht schaden.«
»Meine Füllungen habe ich schon seit 15 Jahren, daher können meine neuen Beschwerden also nicht kommen.«
»Seit mein Amalgam entfernt wurde, geht's mir auch nicht besser (vielleicht sogar schlechter).«
»Mein Amalgam habe ich mir schon vor Jahren durch Gold ersetzen lassen, damit hat sich das Thema erledigt ... (oder: seitdem geht es mir schlechter)«
»Ich habe keine eigenen Zähne mehr ...«
»Mein Opa ist 85 geworden - trotz Amalgam!«
»Mein Kind hatte nie Amalgam, also kann das auch nicht der Grund für seine Neurodermitis (sein Asthma ... etc.) sein.«
Solche und ähnliche Fehleinschätzungen begegnen dem Therapeuten immer wieder in der Praxis. Sie zeigen auf, wie wenig die meisten von uns über die (chronische) Amalgamvergiftung wissen. Aber auch die Mehrzahl unserer Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Psychotherapeuten unterliegen aus Unkenntnis leider derartigen Irrtümern. Die Folge: Amalgamkranke werden meist nicht als solche erkannt und können daher auch nicht ursächlich behandelt werden.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die Amalgamvergiftung ist nur eine von vielen Krankheits-Ursachen, hierzulande allerdings eine der häufigsten! Was die Diagnose dieser weitverbreiteten Belastung so schwierig macht, ist der Umstand, dass das Auftreten von Krankheits-Symptomen fast nie mit dem (ersten) Legen von Amalgamfüllungen nach einem Zahnarztbesuch in Verbindung gebracht wird und dass sie oft schleichend beginnt. In den meisten Fällen endet das Leiden auch nicht automatisch mit der Entfernung dieser Füllungen. Das hat vor allem drei Gründe:
1. Der Patient wird oft während der Sanierung nicht ausreichend geschützt und erleidet dadurch eine zusätzliche Vergiftung.
2. Als Amalgamersatz werden erneut Metalle (Gold, Palladium, Platin, Titan ...) oder andere potentiell schädigende Materialien verwendet (z.B. bestimmte Kunststoffe).
3. Amalgamfüllungen sind ein hochbrisanter Schwermetall-Cocktail (ca. 50% Quecksilber; hochgiftiges Zinn, Silber, Kupfer, sowie Zink u.a.), der im Laufe der Zeit im Körper eingespeichert wird, da die natürlichen Ausscheidungsmöglichkeiten begrenzt sind. Dies geschieht über den Speichel, die Atemluft und durch lokale Ausbreitung im Mund- und Kieferbereich. Solche Speichergifte können die betroffenen Organe direkt schädigen oder als Einlagerungen in den Kieferknochen Störfelder bilden, die ihrerseits Fernwirkungen zur Folge haben. Denn sämtliche Zähne besitzen erwiesenermaßen Verbindungen zu verschiedenen Körpersystemen, und ein (metall-) belasteter Zahn schwächt diese dauerhaft.
Wie schnell es nun zur manifesten Erkrankung aufgrund einer Metallbelastung kommt, hängt von der Art der Vorschädigung sowie von anderen Faktoren ab, die wiederum - jede/r für sich - eine spezielle Behandlung erfordern. Hierzu zählen z.B. insbesondere:
durchgemachte akute / chronische Infektionskrankheiten Behandlungsmethode: Homöopathie;
durchgemachte körperliche Verletzungen einschl. Folgen Behandlungsmethode: Homöopathie, Neuraltherapie
durchgemachte seelische Verletzungen einschl. Folgen Behandlungsmethode: Homöopathie, Psychotherapie usw.
Fehler in der Lebensführung (wie zu viel oder zu wenig Nahrung, Getränk, Arbeit, Bewegung, Schlaf etc. )
Behandlungsmethode: Änderung der Lebensführung.
und in neuerer Zeit zunehmend auch
Kontakt mit anderen Giften, die drastisch im Zunehmen begriffen sind: v.a. die Wohn- und Umweltbelastung, das Rauchen, Alkohol, Medikamente, Radioaktivität, Elektrosmog, auch »tote« oder »beherdete« Zähne
Behandlungsmethode Toxikologische Maßnahmen
1. Expositionsstop: Giftquellen entfernen bzw. meiden,
2. Gifte in Körperdepots vermindern.
Alle derartige (Vor-) Belastungen besitzen die Neigung, sich besonders in bereits vorhandenen individuellen Schwachpunkten des Menschen zu manifestieren und diese zu verstärken. Das nennen wir dann Krankheit. So erklärt sich die Vielfältigkeit amalgambedingter Störungen. Ist ein Mensch weiteren Giftquellen ausgesetzt (und wer wäre das nicht?), verstärken sich deren Wirkungen noch gegenseitig.
Die Liste von Erkrankungen, die auf eine Mitbeteiligung von Amalgam hinweisen, umfasst insbesondere:
Depressionen, Ängste, Epilepsie, Lähmungen, multiple Sklerose, Nervenschmerzen, Migräne, Allergien, äußerliche und innerliche Pilzerkrankungen, Haarausfall, Erkältungsanfälligkeit, Mandelentzündungen, Asthma, Unfruchtbarkeit, Rheuma, Schuppenflechte, Neurodermitis, Elektrosensibilität, chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit und vieles mehr.
Es gibt also Gründe genug, sich sofort von einem der wichtigsten Gifte zu trennen - auch als vermeintlich (noch) Gesunder!
Alternativ-Versorgung nach der Amalgamentfernung
Alle neuen Metalle (z.B. Inlays, Kronen, Brücken), auch Kunststoffe, können den bereits vorgeschädigten Organismus weiter sensibilisieren. Goldlegierungen sind beispielsweise in der Lage, eine depressive Stimmungslage, Rheuma oder Herzsymptome zu verstärken oder auch hervorzurufen.
Interessant hierzu ist auch eine Presse-Veröffentlichung des Bundesforschungsministeriums (1995):
Im Tierversuch wurde für Gold, wie auch für Quecksilber, die Entstehung von Autoimmun-Prozessen nachgewiesen, hierzu zählen solche Krankheiten wie beispielsweise Rheuma, Multiple Sklerose, Diabetes, Colitis, Sklerodermie, Schizophrenie und viele andere.
Außerdem werden durch jedes in den Mund eingebrachte Metall die Amalgam-Kieferdepots aufgrund elektrophysikalischer Phänomene dauerhaft an Ort und Stelle festgehalten. Spätere »Ausleitungen« werden dadurch unmöglich gemacht oder zumindest erheblich erschwert.
Durch Metalle im Kieferbereich können sich ferner elektromagnetische Schwingungen (Fernsehen, Computer, Handys etc.) einkoppeln.
Außerdem befindet sich in vielen Fällen unter den Metallkronen oder Brücken noch Amalgam. Das hat dann besonders schädliche Langzeitwirkungen zur Folge.
Jedes Zahnersatz-Material ist natürlich mehr oder weniger mit einem Risiko behaftet. Zemente oder Kunststofffüllungen gelten nur als Übergangslösungen. Von Deutschlands ehemals größtem Amalgamhersteller wurde kürzlich eine Kunststoff-Keramikmischung (Definite®) entwickelt, die jedoch wegen ihres Fluorgehalts umstritten ist. Außerdem steht eine umfangreiche klinische Erprobung noch aus. Manche Kunststoffe eignen sich auch als Langzeit-Provisorien für Kronen und Brücken. Vollkeramiken (nicht: Aufbrennkeramiken, also keine keramiküberzogenen Metallversorgungen!) bewähren sich inzwischen sogar im Seitenzahnbereich (Backenzähne) seit Jahren bestens. Meist werden sie allerdings eingeklebt (wegen des im Kunststoff enthaltenen Methylmetacrylats ist das nicht unbproblematisch) In bestimmten Fällen ist allerdings auch deren Einzementierung möglich. Unbedingt anzuraten ist ein vorheriger Allergietest auf sämtliche Stoffe, die der Zahnarzt im Zuge der Sanierung zur Anwendung bringen möchte (Zahnersatz, Kleber, Betäubungsmittel...)
Körperdepots
Glücklicherweise zeigt die Erfahrung, dass in manchen nicht zu weit fortgeschrittenen Krankheiten allein schon die Entfernung der hauptsächlichen Giftquellen (v.a. Zahnmetalle) eine wesentliche Verbesserung der hierdurch hervorgerufenen Beschwerden zur Folge haben kann. Wer jedoch trotz korrekter Sanierung noch immer an amalgam- oder metallverdächtigen Symptomen leidet, hat möglicherweise zu hohe Speicherbelastungen. Metalldepots im Körper werden nämlich nur extrem langsam wieder abgebaut. Auch nach Entfernung der Quellen benötigt der Organismus hierfür Jahre, im Knochen sogar Jahrzehnte.
Kieferknochen: Hier hat sich nach Daunderer (Literaturliste) bislang nur das sachgerechte Ausfräsen bzw. Zahnziehen mit anschließendem Offenhalten des entsprechenden Zahnfaches (Alveole) bewährt. Von Daunderer wird im Anschluss daran eine langfristige Drainage der jeweiligen Wunde empfohlen, unter regelmäßiger Messung der Wundtamponaden. Wer diese Methode einmal erlebt hat, kann nur noch staunen über die hohe Metallausscheidung aus dem Kiefer von Patienten, die ehemals mit Amalgam, Gold- oder anderen Legierungen versorgt waren.
Sonstige Gewebedepots: Diese können mithilfe von sog. Komplexbildnern portionsweise mobilisiert und »ausgeleitet« werden (DMPS-Heyl® / Dimaval®; rezeptpflichtig). Solche Medikamente binden Metalle, die sich außerhalb und innnerhalb der Zellen befinden sicher, bis sie den Körper verlassen haben (Labormessung von Urin, Stuhl). Anschließend kommt es - je nach Depotstärke - zu einer mehr oder weniger großen Nachbewegung von Metallen in Richtung auf die Ausscheidungsorgane (Leber, Darm, Niere, Haut).
Kontraindikationen von DMPS
-
Zinkmangel (Vorherige Urinkontrolle! Falls notwendig erst substituieren);
-
Schwefelempfindlichkeit;
-
große Kiefer-Metalldepots (erst chirurgisch reduzieren, s.o.);
-
sonstige Metallversorgungen der Zähne (bei mittelschweren bis schweren Erkrankungen erst entfernen);
-
bei Vorhandensein »toter« oder »beherdeter« Zähne; während Schwangerschaft und Stillzeit;
-
während der Menstruation;
-
bei Nieren- oder Leberkrankheiten;
-
während einer Akutkrankheit oder akuten Verschlechterungsphase chronischer Krankheit;
-
Kontakt mit anderen starken Giften (z.B. Holzschutzmittel, Formaldehyd, Lösemittel, Rauchen zuerst entfernen bzw. entwöhnen).
Nach Absinken der Ausscheidung sämtlicher toxischen Metalle unterhalb »tolerierbarer« Maximalwerte (Urin, Stuhl) ist der Weg frei für die Behandlung sonstiger (nicht durch Metalle bedingter) Symptome, insbesondere mithilfe der Homöopathie.
Beide Ausleitungs-Methoden (die Kieferfräsung und der Einsatz von Komplexbildnern) sollten nur unter der Begleitung sachkundiger Therapeuten durchgeführt werden!
Säuglinge und Kleinkinder
Hiermit kommen wir zum letzten und wohl traurigsten Aspekt, nämlich der Amalgamvergiftung der Kinder! Allein schon aufgrund des vergleichsweise niedrigeren Körpergewichts muss bei ihnen das Legen einer solchen Füllung ein größeres Vergiftungsrisiko beinhalten. Selbst das ehemalige Bundesgesundheitsamt rät seit 1992 von Amalgamfüllungen bei Kindern ab (leider nur bis zum sechsten Lebensjahr). Wie bei Erwachsenen sollte man sämtliche Amalgamfüllungen so rasch wie möglich und unter Beachtung aller Schutzmaßnahmen (siehe Fußnote2) entfernen lassen.
Aber auch Kinder, die bisher keine solche Füllungen hatten, sind häufig bereits vergiftet und zwar durch die Amalgambelastung der Mutter (Quelle: Universität Stockholm)! Dadurch ist im Blut des Ungeborenen die Quecksilberkonzentration sogar höher als in dem der Mutter. Durch das Stillen (Belastung der Milch) kann es zu einem weiteren Giftschub kommen. Besonders problematisch wird es, wenn die Mutter während Schwangerschaft oder Stillzeit eine Amalgambehandlung hatte, bei Patientinnen der neuen Bundesländer war dies oft Standard! Es lohnt sich bei therapieresistenten Beschwerden daran zu denken.
Meiner persönlichen Erfahrung nach sind es insbesondere:
-
psychische Auffälligkeiten,
-
körperliche oder geistige Entwicklungsstörungen,
-
Asthma,
-
Allergien,
-
Hauterkrankungen (v.a. Neurodermitis!)
die auf eine kindliche Amalgamvergiftung hinweisen können. Oft brechen - bei latenter Vorbelastung - die Erkrankungen auch erst nach Impfungen aus. Impfsera enthalten, neben anderen Stoffen, sehr häufig Quecksilberverbindungen (Natriumtimerfonat , Thiomersal6) als Konservierungsmittel. Die Therapie der Wahl in diesen Fällen ist - nach Abstellen anderer Giftbelastungen - wiederum eine Mobilisierung mit Komplexbildnern (Dimaval®).
Mein besonderer Dank gilt dem Kollegen Helmut Szeteli (München), der u.a. auf dem Gebiet der Amalgam- und Umweltgifte mein wichtigster Lehrer war und ist.
Anmerkung: Dieser Beitrag hat eine Vorgeschichte. 1998 wies ich die Redaktion einer bekannten Naturkost-Zeitschrift eindringlich auf die Amalgamproblematik hin. Daraufhin wurde mir angeboten, einen Leitartikel über das Thema zu schreiben. Hieraus entstand der vorliegende Beitrag, der dann aber - angeblich weil er unverständlich für Laien sei - redaktionell umgeschrieben und mit den Thesen einer Zahnärztin vermischt wurde, die meinen Erfahrungen zum Teil widersprachen. Aus diesem Grund lehnte ich eine Veröffentlichung meiner (Rest-) Anteile an diesem Beitrag vollständig ab.
Alternative »Ausleitungsverfahren«: Wenig nützlich bis gefährlich!
-
Zink: Nur bei nachgewiesenem Zinkmangel. Entgiftung von extrazellulären (d.h. außerhalb unserer Zellen befindlichen) Metallen, die intrazellulären werden nur sehr langsam, d.h. indirekt erreicht - über die Konzentrationsverminderung in den Körperflüssigkeiten.
-
Selen bildet mit Metallen sogenannte Selenite, die der Körper nicht ausscheidet, sondern (vermutlich im Gehirn) einlagert, wie die Erfahrungen mit den Minamata-Kranken in Japan zeigte.
-
Vitamine: Hohe Dosen von Vitamin C (oral oder intravenös) mobilisieren große Mengen an vorhandenen Metallen. Diese werden zwar z.T. ausgeschieden, jedoch besteht die Gefahr einer hohen Rückresorption im Darm.
-
Energetische Verfahren (Bioresonanz, Elektroakupunktur, Homöopathie etc.) können durchaus eine vorübergehende Besserung von Schwermetall-Symptomen zur Folge haben, wenn man das therapeutische »Signal« (Schwingung, potenzierte Arznei) gezielt dafür auswählt. Die Symptombesserung bedeutet jedoch, so die langjährige Erfahrung, lediglich Palliation (Linderung), nicht Gift-Ausscheidung! Entweder die Beschwerden kehren nach einiger Zeit zurück und müssen erneut »palliiert« (gelindert) werden oder es findet eine Verschiebung des Depotmetalls und damit auch der Beschwerden in andere, meist zentralere Gewebe statt (»Unterdrückung«).
- D
iät- und Fastenkuren: Nimmt ein Mensch ab, verliert er zunächst Wasser. Danach werden seine Fettreserven angegriffen und die darin gespeicherten Gifte freigesetzt. Da jedoch gerade bei Metallvergiftungen nicht genügend Ausscheidungsmöglichkeiten bestehen, findet in den folgenden Wochen bis Monaten eine erneute unkontrollierte Einspeicherung statt. Der Ort dieser Einspeicherung bestimmt die Art der Störung, die darauf folgt.
-
Algen sammeln aufgrund ihres hohen Wasserdurchsatzes Gifte aller Art (Chemikalien, auch Schwermetalle und Arsen!) Diese können im menschlichen Verdauungstrakt wieder freigesetzt und resorbiert werden. (Öko-Test 6/98, S. 4)
Allergietests:
- Epikutan-Test (Kassenleistung): Dieser erlaubt eine momentane Aussage über die Verträglichkeit von Alternativ-Versorgungen (Kunststoffe, Kleber, Zemente, Anästhesien). Von erfahrenen Toxikologen wird ein 7-tägiges Tragen der Testpflaster empfohlen. Gleichzeitig lassen sich Allergien gegen bereits eingesetzte Metall-Versorgungen nachweisen, wichtig für Kostenübernahme durch die gesetzlichen Kassen.
Nachteil: Die Amalgam- und Quecksilberfelder des Tests können wegen der Resorption über die Haut bei bereits vorgeschädigten Menschen zur Symptomverschlechterung, also zu einem Krankheitsschub führen.
-
Blut-Tests (LTT, Kassenleistung?) (RAST/EAST, Kassenleistung): Ungefährlich, da die Testung nicht am Körper durchgeführt wird.
Nachteil: Erfahrungsgemäß dauert es - im Vergleich zum Epikutan-Test - länger bis sich eine Allergie auch im Blut manifestiert.
Hinweis: Allergietests erfassen nur die (momentane!) allergieerzeugende Potenz eines Stoffes, nicht die Vergiftung selbst! Auch mittels Elektroakupunktur, Bioresonanz etc. läßt sich eine Vergiftung nicht sicher feststellen oder gar ausschließen.
Amalgamsanierung nur unter Dreifachschutz durchführen lassen!
-
Kofferdam (einschl. Abdichtungsmasse): Gummischlitzfolie, die der Zahnarzt über die zu behandelnden Zähne stülpt, dort mit Klammern befestigt und vor dem Mund verspannt. So kann der gesamte Schleimhautbereich vor Bohrsplittern, z.T. auch vor dem entstehenden Metalldampf geschützt und ein Verschlucken von Kleinstteilchen weitgehend vermieden werden.
-
Sauerstoffzufuhr über die Nase: Verhindert das Veratmen von Metallstäuben und Metalldämpfen
-
Zweiteilige Schwimmbrille: Gegen Metallstäube und Metallpartikel
Literatur:
-
Daunderer, M.: Amalgam - Patienteninformation, ecomed-Verlag, (Ausführliche Amalgaminformation)
-
Altmann-Brewe, Jutta: Zeitbombe Amalgam, Fischer-Verlag, (Viele Tips und Hintergrundinformationen für Amalgam- und Zahnmetallgeschädigte)
-
Mieg, Rosemarie: Zähne als Krankheitsherde, Ehrenwirth-Verlag, (Sehr informative Schrift über die Wirkung von Störfeldern im Kiefer, jedoch wenig über Amalgam)
-
Adler, Ernesto: Störfeld und Herd im Trigeminusbereich, Verlag für Medizin, Dr. Ewald Fischer, (Fachbuch zur Fernwirkung von Wurzelherden, wenig über Amalgam)
-
Härtel, Bildatlas der Herddiagnostik im Kieferbereich, Haug-Verlag, (Fachbuch zur Röntgendiagnostik, wenig über Amalgam)
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